Archive for Juni 2008
Die Talente der Illustrative
Die Illustrative öffnet wieder ihre Pforten, diesmal in Zürich. Dass wieder ein neuer Talentwettbewerb gestartet wird, ist Grund genug, von unseren letztjährigen Erlebnissen zu berichten.
Der »Young Illustrators Award« hieß im letzten Jahr noch »Neue Talente« und wir sind unter die ersten zehn gekommen, die auf der Ausstellung präsentiert werden sollten, immerhin von angeblich ca. 600 Einreichungen. Riesenfreude! Die Plätze vier bis zehn sollten außerdem einen Farbstiftkasten des Sponsoren Faber Castell und einen Ausstellungskatalog erhalten. Um es vorwegzunehmen: Viel Rauch um Nichts.
Wir sind brav und etwas aufgeregt der Einladung zur Vernissage nach Berlin gefolgt (immerhin 500 km Wegstrecke) und durften eine wirklich schöne und interessante Ausstellung bewundern – nur die Arbeiten der »Jungen Talente« waren leider nirgends zu sehen. Auf Nachfrage hieß es, dass diese angeblich in den folgenden Tagen noch aufgestellt werden würden; man habe es nicht mehr rechtzeitig zur Eröffnung geschafft. Die Ausstellungskataloge waren übrigens auch noch nicht fertig und sollten uns nachgeschickt werden – was ebenoswenig erfolgte, wie die Zusendung der gesponserten Farbstiftkästen. Nachfragen per Mail und Telefon resultierten in weiteren nicht gehaltenen Versprechungen.
Nicht einmal auf der Website wurden die Gewinner erwähnt, geschweige denn deren Arbeiten gezeigt. Da wir telefonisch über unsere Plazierung informiert wurden, haben wir also praktisch keinerlei Nachweis in Händen oder online, dass wir wirklich unter den ersten zehn waren! Auch hier hieß es auf Nachfrage, man arbeite daran. Bis heute ist nichts davon zu sehen.
Es gab nach ähnlich enttäuschenden Erlebnissen weiterer Teilnehmer sogar einen Blog zum Erfahrungsaustausch, der aber aufgrund zu geringer Resonanz wieder aufgegeben wurde (denn wer beschäftigt sich gern lange mit einem derart frustrierenden Erlebnis).
Bei allem Respekt für die Mühe, die man für die Organisation eines solchen Events aufwenden muss, waren diese fragwürdigen Vorgänge auch deshalb enttäuschend, weil jeder Einreicher im Vorfeld 30 Euro Gebühr zu entrichten hatte. Wozu der Wettbewerb also in den Augen enttäuschter »Gewinner« wie uns (von den ca. 590 »Verlierern« ganz zu schweigen) in erster Linie diente, … na ja, das gehört wohl ins Reich der Spekulationen.
P.S. Zusätzlicher Frust kam aufgrund der chaotischsten Mitfahrgelegenheit aller Zeiten auf unserem Rückweg auf – aber davon erzähle ich vielleicht bei anderer Gelegenheit …
8 comments Do, 19.06.08

