Archive for Oktober 2008
Pleitebanken in Spendierlaune für ihre Aktionäre
(…) Die Bank of New York Mellon etwa bekam zu Wochenbeginn drei Milliarden Dollar vom Staat. Seinen Aktionären will das Institut in diesem Quartal 275 Millionen Dollar auszahlen, in drei Jahren ergibt sich daraus eine Summe von 3,3 Milliarden Dollar. (…)
Zitat aus diesem Text; siehe auch hier. Na, da kommt ja das Hilfspaket genau dort an, wo es gebraucht wird: Als Dividende bei den Aktionären. Was ist das? Satire? Aber der Text geht noch weiter:
Großbanken wollen das Staatsgeld offenbar horten, um zu einem günstigen Zeitpunkt kleine Konkurrenten zu kaufen. (…)
Schätzungen zufolge sollen in den kommenden Wochen an der Wall Street Bonuszahlungen von knapp 70 Milliarden Dollar fließen, obwohl die Banker ihre Institute in den Ruin gewirtschaftet hätten, wäre der Staat nicht eingesprungen. (…)
(gefunden via NDS)
Add comment Fr, 31.10.08
Das Fernsehen – Sargnagel des Kinofilms?
Peter Körte hat auf FAZ.net einen sehr interessanten Artikel verfasst, der sich mit dem Einfluss der Sender auf deutsche Kinofilme beschäftigt und die fatalen Konsequenzen aufzeigt. Lesenswert!
Add comment Do, 30.10.08
Let’s Make Money!
Wer wie ich Erwin Wagenhofers Schlag in die Magengrube »We Feed The World« für einen hervorragenden Dokumentarfilm hielt, wird sich wohl sehr auf seinen neuen (durch die momentane Finanzmarktkrise brandaktuellen) Film »Let’s Make Money« freuen, der am 31. Oktober in den hiesigen Programmkinos startet. Ein Interview mit Wagenhofer gibt es auf tagesschau.de zu lesen, eine lesenswerte Kritik bei Filmstarts.de.
Add comment Di, 21.10.08
Hilfspaket sichert Managern Sonderprämien
Dieser SpiegelOnline-Artikel lässt mich mit heruntergeklapptem Unterkiefer in Fassungslosigkeit verharren. Und schon beim Gedanken daran erschaudern, dass es bei uns ähnliche Machenschaften geben wird.
Welchen Beitrag unsere Politiker zur Krise geleistet haben, kann man sich in diesem sehr sehenswerten Beitrag von Panorama ansehen – oder hier lesen (gefunden auf den NachDenkSeiten).
Add comment Sa, 18.10.08
Fernsehpreis-Eklat: Nachklapp
Reich-Ranickis Reaktion war richtig und wichtig, auch wenn oder gerade weil ihr nicht ein Quentchen guten Benehmens innewohnte. Es war die beste Zeit und der beste Ort, um die Verantwortlichen mit einer sonst nur im privaten Kreis geäußerten Wahrheit zu konfrontieren: Das meiste, was Ihr täglich produziert und wofür Ihr Euch abfeiert, ist unzumutbare Scheiße! Das Medienmagazin DWDL schreibt in einem sehr hilflos wirkenden Kommentar:
Ausgerechnet der Dieter Bohlen der Literaturkritik schlug (…) derart über die Stränge, dass sich alle über ihn empörten. (…) Doch Reich-Ranicki machte aus seiner Rede gleich eine Pauschal-Kritik am deutschen Fernsehen (…)
Zunächst ist es schlichtweg peinlich, Reich-Ranicki mit Bohlen zu vergleichen. Ich halte es sogar für so lächerlich, dass ich es gar nicht weiter kommentieren möchte. Dass Reich-Ranicki das Fernsehen pauschal verurteilt, darf aber nicht verwundern, wenn man sich vor Augen hält, dass er einen Abend lang gerade die Formate zu sehen bekommen hat, die die Branche für vorzeigens- und auszeichnungswürdig hält. Welch Schmutz muss sich folglich sonst auf den Bildschirmen tummeln? Aber es geht noch weiter im DWDL-Kommentar:
Die aktive Selektion des Guten aus sehr viel Schlechtem gehört nicht nur im Fernsehen, auch in Print- und Online-Medien zu einer Fähigkeit, die durch ein immer größer gewordenes Angebot gelernt werden muss.
Da haben wir es also: Die wahren Übeltäter sind gar nicht diejenigen, die den Zuschauer zur besten Sendezeit fast ausschließlich mit Blödsinn füttern, sondern nur dieser selbst, weil er sich nichts besseres herauspickt. Welch Hohn, so einfach funktioniert also die Generierung eines guten Gewissens in der Medienbranche.
Was Bastian Pastewkas Kommentar angeht, dessen gleichnamige Serie übrigens meiner Meinung nach zu den besseren Comedy-Formaten im Privatfernsehen zählt, liegt er nicht ganz richtig. Auch wenn Reich-Ranicki seine Kritik sehr pauschal formulierte, werden sich diejenigen, die für sehenswerte und hintergründige Reportagen und Dokumentationen ausgezeichnet wurden, sicherlich nicht von ihm angesprochen gefühlt haben. Sie werden ganz im Gegenteil seinen Zorn wohl am ehesten verstanden haben. So wie Elke Heidenreich, die im Nachhinein für Reich-Ranicki in die Bresche gesprungen ist. Ihre Kritik ist nicht in allem fair und gerechtfertigt, aber in einigem spricht sie aus, was viele denken, aber nicht zu sagen wagen:
Verdammtnochmal, wenn man nominiert wird, weiß man, dass die Chance, da oben zu stehen, eins zu drei ist, und dann bereitet man gefälligst eine Rede vor und blamiert sich und langweilt uns nicht mit diesem furchtbar unfähigen, unzumutbaren Gestammel.
(…)
Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss. Wo waren die Programmdirektoren und Intendanten in diesem Augenblick, warum kam keiner von ihnen auf die Bühne, um etwas zu sagen? Weil es verknöcherte Bürokarrieristen sind, die das Spontane längst verlernt haben, das Menschliche auch, Kultur schon sowieso.
Ob sie mit dem letzten Satz Recht hat, weiß ich nicht, dafür bin ich viel zu weit weg von der Branche. Ich befürchte vielmehr, dass sie wissen, was sie tun und das Programm nur deshalb so aussieht, weil die Quote ihr Gott ist. Und Gott unfehlbar.
2 comments Mo, 13.10.08
Reich-Ranicki verschmäht Fernsehpreis – für uns alle!
Oh, wie wunderbar! Einer der wenigen Menschen, die den Mut und zugleich die Chuzpe haben, anderen ihre unverblümte Meinung vor die Füße zu rotzen, hat es mal wieder getan: Marcel Reich-Ranicki hat die Annahme des Deutschen Fernsehpreises verweigert. Und das Kuriose daran ist: Der bissige alte Mann hat trotz absoluter Ahnungslosigkeit, was dieses Sujet angeht, vollkommen Recht. Und zugleich etwas getan, was jedes halbwegs gebildete, zur Reflexion fähige Individuum unter uns schon längst hätte tun müssen: Dem Fernsehen in seiner jetzigen, erbärmlichen Form den Rücken gekehrt.
Nicht nur, dass der Zuschauer Tag für Tag gefühlte 99% der Sendezeit mit völlig belanglosen, inhaltsleeren, ja sogar ärgerlichen Sendungen traktiert wird, so sind die wirklich guten, spannenden Sachen auch noch auf den unattraktivsten Sendeplätzen zu finden. Wer sich also die Mühe macht, die durchaus vorhandenen Perlen herauszusuchen, braucht entweder wenig Schlaf oder einen Videorekorder, um diese auch sehen zu können.
Nicht, dass man mich falsch versteht: Es spricht wenig gegen leichtverdauliche Unterhaltung und Trash für die werberelevante Zielgruppe der 0- bis 14jährigen, solange diese Formate nicht die Oberhand gewinnen. Mittlerweile ist es aber so, dass jede halbwegs gute Sendung kilometerweit aus dem sonstigen Sendeauswurf heraussticht. Und während man als sich selbst, seine Arbeit und sein Publikum hassender, in Zynismus ersaufender Verantwortlicher fleißig an der hundertsten Realityshow für zehn Euro fuffzich bastelt, echauffiert man sich ab und an über die geringe Bildung der Bürger im Allgemeinen und der Jugend im Besonderen; gerne auch mit Hilfe unterhaltsamer Einspieler in Comedyformaten, bei denen von der Situation überforderte Menschen auf der Straße vor laufender Kamera vorgeführt werden. Vorbild-Doofe blamieren sich für die debil lachenden Konsum-Doofen. Und damit meine ich uns alle, die wir uns den Mist auch noch freiwillig ansehen.
Schuld ist aber sicherlich auch das perfide Quotensystem. Denn selbst, wenn morgen 99,99% der Menschen ihre Flimmerkiste aus ließen, würde die Quote weiterhin funktionieren, solange die 0,01% der Haushalte, die über unseren Fernsehgeschmack bestimmen, am Apparat blieben. Toll, nicht?
So, genug aufgeregt. Mal schauen, … was läuft heute sonst noch ? Ah ja, der Deutsche Fernsehpreis. Um zwanzig Uhr fuffzehn.
4 comments So, 12.10.08
PR vs. Politik – Steinbrück vs. Lafontaine

Wer sich noch nicht hat von der Schönfärberei zum Thema „Erfolgreiches Krisenmanagement“ sowie der allgegenwärtigen Anti-Lafontaine-und-LINKE-Propaganda vollständig hat überrollen lassen – und ich schätze, das ist wohl nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung – wird Albrecht Müllers heutigen Artikel zum Thema mit Genugtuung lesen.
Add comment Di, 7.10.08
Fernwartung leichtgemacht – mit dem »TeamViewer«

Ab jetzt berichte ich unter dem Stichwort »Nützliche Dinge« von … tja, nützlichen Dingen halt, die einem das Leben erleichtern. Den konkreten Anlass dazu gibt mir die Entdeckung von TeamViewer, einem Tool, mit dem man sich online verbinden kann, um den Desktop des anderen sehen und bedienen zu können – und das einfach, schnell und bequem. Womit auch bereits die größten Vorteile gegenüber anderen Lösungen, wie z.B. der Windows-eigenen Remoteunterstützung genannt sind.
Vorbei sind die Zeiten, in denen man umständlich per Telefon oder Videotelefonie Schritt für Schritt erklären musste. Stattdessen führen beide Benutzer die kleine Setup-Datei aus, der Hilfesuchende nennt dem Helfer seine angezeigte ID und das vierstellige Kennwort – fertig. Sofort sieht der Helfer den Desktop des anderen und kann dessen Rechner bedienen. Das beste: Das Tool muss nicht einmal installiert werden, denn man kann es auch so ausführen. Sehr bedienerfreundlich. Und das beste: Für Privatanwender ist die Software kostenlos.
Der einzige Nachteil: Der Lerneffekt für den Hilfesuchenden tendiert gegen null, da er nicht mehr mitdenken muss, während der Helfer das Problem beseitigt.
Auf eine solche Lösung habe ich lange gewartet. Drei Tage habe ich den TeamViewer erst auf dem Rechner. Selten konnte ich ein neues Tool gleich so oft einsetzen.
Add comment Do, 2.10.08
