Der Fall Hans Roth – Berufsverbot seit 30 Jahren

Di, 2.12.08

Hans Roth Report Mainz hat gestern über den aussichtslosen Kampf des Lehrers Hans Roth berichtet, der seit dreißig Jahren von der hessischen Landesregierung mit einem Berufsverbot belegt wird. Begründet wurde die Entscheidung damals mit dem Extremistenbeschluss, doch es wurde schon bald widerlegt, dass Roth als Extremist bezeichnet werden könnte. Das Berufsverbot wurde seither trotzdem auf der Grundlage weiterer fragwürdiger Begründungen aufrechterhalten. Trotz mehrerer prominenter politischer Fürsprecher ist es bis heute nicht gelungen, die hessische Landesregierung zum Umlenken zu bewegen. Roland Koch bestreitet auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz sogar, den Fall überhaupt zu kennen, obwohl er sich laut Report Mainz mehrfach persönlich damit befasst hat. Auf der Seite von Report Mainz kann man sich den Beitrag ansehen und den Sendungstext auch lesen. Besonders interessant ist aber auch deren Beitrag von 1978 (!) zum Fall. Aus demselben Jahr gibt es online einen Zeit-Artikel zum Thema zu lesen.

Nachtrag am 15.3.09: Frau Thelen-Khoder macht seit Verfassung dieses Beitrags immer wieder Briefe, Artikel und Dokumentationen ausfindig. Ich komme gerne ihrem  Wunsch nach, diese hier zum Download bereitzustellen und werde sie nach und nach ergänzen:

Hans Roth – Artikel und Briefe
(PDF, 1,4 MB). Diese PDF enthält Scans folgender Artikel und Briefe:

  1. Zeitungsartikel aus der Gießener Allgemeine Zeitung, 31.8.1974
  2. Zeitungsartikel aus dem Darmstädter Echo, 13.1.1978
  3. Brief von Prof. Dr. Dorothee Sölle, 15.8.1976
  4. Erklärung von Günter Wallraff, 19.2.1979
  5. Brief von Bundespräsident Johannes Rau, 15.8.2002
  6. Brief von Alfred Grosser, 7.12.2008
  7. Brief von Pierre Lavigne, 21.12.2008
  8. Text von Hartmut von Hentig: „Qualität und Qualifikation. Ein Nachwort zum Lehrer Hans Roth“, 1990
  9. Zeitungsartikel aus der Frankfurter Rundschau:  „Wie man in den Ruch kommt, ein Aussätziger zu sein. Der ehemalige Atommanager Klaus Traube berichtet über den hartnäckigen Kampf des gelernten Lehrers Hans Roth um sein Recht“, 12.11.1977
  10. Zeitungsartikel „Eltern wollten ihr Kind nicht von dem „Kommunisten“ unterrichten lassen“, bei dem leider die Angaben fehlen, wann und wo er erschienen ist

Weitere Dokumente:

Hans Roth – »Aufrichten oder abrichten« (Seiten 52–75)
(PDF, 8 MB), Erläuterung von N. Thelen-Khoder)

»Dokumentation zu Hans Roth« (Blaue Mappe, 1.5.1986)
(PDF, 10 MB, Erläuterung von N. Thelen-Khoder)

»Geheime Verfassungsschutzakten contra Menschenwürde« – Dokumentation (Frühjahr 1978)
(PDF, 13 MB, Erläuterung von N. Thelen-Khoder)

»Wer schützt uns vor’m Verfassungsschutz?« – Dokumentation (Frühjahr 1977)
(PDF, 10 MB, Erläuterung von N. Thelen-Khoder)

»Berufsverbot in Hessen – Eine Agitation mit Tatsachen« (Juli 1975)
(PDF, 20 MB, Erläuterung von N. Thelen-Khoder)

Hans Roth – »Betrifft Erziehung« (Auszüge von 1977 und 1981)
(PDF, 2 MB)

Hans Roths Bücher (Buchcover)
(PDF, 0,2 MB)

Hans Roth – »Eidesstattliche Erklärung, politisches Testament« (Okt. 2008)
(PDF, 0,1 MB)

Hans Roth – Erklärung vom 17.3.2009
(PDF, 0,1 MB)

N. Thelen-Khoder: Nachtrag zur Petition für Hans Roth (28.3.2009)
(PDF, 6 MB)

Beachten Sie auch die weiteren Beiträge zum Thema:

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43 Comments Add your own

  • 1. kA  |  Do, 4.12.08 at 21:33

    Siehe auch: http://www.nordbruch.org/buecher/buch_verfassungsschutz.pdf
    http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=40616552&top=SPIEGEL

    Weitere Information: Das Gerichtsverfahren, das Hans Roth angestrengt hat, richtete sich gegen die Sammlung von Flugblättern durch den Hessischen Verfassungsschutz, denen zufolge er als Student für eine marxistische Fraktion im Studentenparlament kandidiert hatte. Das Verwaltungsgericht Kassel hat den Verfassungsschutz 1977 zur Löschung verurteilt. Das Urteil wurde zwar 1982 in der Berufung aufgehoben (Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Urt. v. 12. 1. 1982 – IX OE 5/79), aber nur, weil der Verfassungsschutz die Materialien freiwillig vernichtet hatte. Dadurch hatte sich das Verfahren erledigt.

    Gegen seine Entlassung aus dem Schuldienst hat Roth offenbar nicht geklagt.

  • 2. Nadja Thelen-Khoder  |  Fr, 19.12.08 at 19:30

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    In
    http://www.kandidatenwatch.de
    habe ich Roland Koch und Thorsten Schäfer-Gümbel nach Hans Roth gefragt. Auch habe ich Roland Koch angemailt unter
    r.koch@ltg.hessen.de
    und angeschrieben:
    Ministerpräsident Roland Koch
    Schlossplatz 1-3
    65189 Wiesbaden
    Seine Antwort
    http://www.kandidatenwatch.de/roland_koch-316-19815.html
    überrascht: Erstaunlich, wann gewisse Menschen von Datenschutz sprechen!
    Die Antwort von Thorsten Schäfer-Gümbel
    http://www.kandidatenwatch.de/thorsten_schaefer_guembel-316-19494.html
    war schon etwas ermutigender:

    Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie berühren damit ein Thema politischer Geschichte der Bundesrepublik, das auch innerhalb der SPD in der Vergangenheit kontrovers diskutiert worden ist. Schon vor 30 Jahren war festzustellen, dass die Überprüfung von Bewerbern für den Öffentlichen Dienst zum Teil überzogen war. Deshalb trat die SPD seit dem für eine Veränderung der Überprüfungspraxis ein.

    Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 1995 in einem anderen Fall geurteilt hat, dass die Entlassung einer Lehrerin wegen angeblicher fehlender Verfassungstreue gegen die Menschenrecht der Meinungsfreiheit und Koalitionsfreiheit verstoßen habe und unverhältnismäßig gewesen sei, kann ich Ihr Unverständnis über den von “Report Mainz” dargestellten Fall des Herrn Roth verstehen.

    Allerdings kann ich mangels konkreter Detailinformationen über diesen Einzelfall zurzeit nur sagen, dass nach einer erfolgreichen Landtagswahl am 18. Januar 2009 eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung den gesamten Sachverhalt intensiv prüfen wird.

    mit freundlichen Grüßen

    Thorsten Schäfer-Gümbel

    Wie gut, daß es Menschen wie Herrn Roth gibt!
    Mit solidarischen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 3. Nadja Thelen-Khoder  |  Mi, 7.01.09 at 22:59

    Und ich stellte eine Nachfrage unter
    http://www.kandidatenwatch.de/roland_koch-316-19815.html:

    Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!

    Zunächst möchte ich mich für die Antwort auf meine Frage zu Hans Roth bedanken, mit der ich allerdings so unglücklich bin, daß ich mich noch einmal sehr persönlich an Sie wenden möchte. Meine Verunsicherung gegenüber unserem Rechtsstaat wurde durch Sie eher noch verstärkt, weil ich Ihre Reaktion einfach nicht verstehen kann!
    Wenn ich die in meiner Frage vom 16.12.2008 zu Hans Roth unter dem Thema „Innere Sicherheit und Justiz“ verlinkten „ReportMainz“-Sendungen richtig verstanden habe, begann die Überwachung des Verfassungsschutzes doch mit der Weigerung von Herrn Roth, einen verfassungswidrigen Befehl auszuführen. Das allein will mir nicht in den Kopf!
    Nun kann jeder Fehler machen, auch ein Rechtsstaat! Aber in der verlinkten Sendung ist von „staatlicher Willkür“ die Rede; der Politologe Alfred Grosser sagt, Herrn Roth stünde „eine enorme Entschädigung zu“; der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum meint, „die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren“; Johannes Rau, der damalige Bundespräsident, hat sich schon 2002 mit Hans Roth solidarisiert und seine Mitarbeiter haben sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung eingesetzt; sein Bruder hat sich wiederholt an Sie gewandt und Hans Roth selbst hat Ihnen seit 2003 jährlich geschrieben.
    Und ich kann einfach nicht verstehen, weshalb Sie in dieser Angelegenheit nichts unternehmen – DAS verunsichert mich!
    Ach, bitte helfen Sie mir doch aus dieser Verunsicherung heraus, in dem Sie beweisen, daß ein Rechtsstaat, der einen Fehler gemacht hat, denselben eben korrigiert, und daß sich ein Ministerpräsident um solche Angelegenheiten auch kümmert, daß es ihm nicht gleichgültig sein kann!

    In der Hoffnung auf eine wohlwollende Antwort verbleibe ich
    Hochachtungsvoll
    Nadja Thelen-Khoder

  • 4. Nadja Thelen-Khoder  |  Mi, 7.01.09 at 23:05

    Die Antwort kam prompt:
    Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
    zu Ihrer erneuten Frage kann ich lediglich anmerken, dass es auch zum Bestandteil des Rechtsstaates gehört, dass getroffene Entscheidungen nicht ständig wieder in Frage gestellt werden. Das gilt insbesondere für die Entscheidungen unabhängiger Gerichte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Koch

    Sie läßt sich wohl mit “Basta!” zusammenfassen.
    Andere haben anders reagiert, zum Beispiel:

    “… Der Report-Beitrag war sehr beeindruckend, aber aus der Opposition heraus ist es schwierig, da etwas zu unternehmen. Aber wir kümmern uns auf jeden Fall in der kommenden Legislaturperiode um den Fall.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gert-Uwe Mende
    Geschäftsführer der SPD-Fraktion
    im Hessischen Landtag
    Fon: 0611-350502
    Fax: 0611-350513
    Mobil: 0179-5012794
    http://www.spd-fraktion-hessen.de

    Hoffentlich!
    Nadja Thelen-Khoder

  • 5. aljas  |  Do, 8.01.09 at 10:02

    Schön, dass Sie nachhaken! Kochs überzogen sachliche und zugleich ausweichende Antworten sprechen für sich. Die Antworten der SPDler wirken interessierter, allerdings darf man nicht vergessen, dass deren Partei für die damaligen Entscheidungen verantwortlich zeichnete, da sie bis 1987 an der Macht war. Das bedeutet, dass man bei einem Einlenken zugleich seine früheren Fehlentscheidungen zugeben müsste, was in der Politik so gut wie nie vorkommt.

    Zudem stehen die Chancen für eine SPD-geführte Landesregierung momentan denkbar schlecht. Somit kann die SPD nach der Wahl, falls dann überhaupt noch jemand das Thema aufgreifen sollte, auf die Zuständigkeit der Landesregierung verweisen und die CDU wiederum darauf, dass die SPD damals diese Entscheidungen getroffen habe.

    Ich hoffe trotzdem sehr, dass Herrn Roth durch den Fernsehbeitrag und vielleicht ja auch durch Ihre Nachfragen endlich Gerechtigkeit widerfährt. Soweit ich es überblicke, ist die mediale sowie öffentliche Resonanz auf den Bericht bislang aber leider sehr gering.

  • 6. Nadja Thelen-Khoder  |  Do, 8.01.09 at 14:20

    Offener Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, vielleicht auch in Teilen als „Kopiervorlage“ für eigene Briefe/ Mails an Parlamentarier geeignet, um eine parlamentarische Anfrage zu erreichen

    Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!

    Gestatten Sie mir noch diese Nachfrage zu Ihrer Antwort:
    Sie schreiben in Ihrer ersten Antwort auf “kandidatenwatch.de”, daß Sie „leider …um Verständnis dafür bitten (müssen), … schon aus datenschutzrechtlichen Gründen … (keine) Angaben … machen“ zu können.“ Das überrascht mich sehr bei einem Fall, der nun dermaßen in der Öffentlichkeit steht. Zudem hatte das Land Hessen anscheinend keine datenschutzrechtlichen Bedenken, den damaligen Oberleutnant der Reserve vom Verfassungsschutz überwachen zu lassen, nachdem der offen grundgesetzwidrige Befehl ihn zur Rückgabe seines Wehrpasses veranlaßt hatte.
    Nein, ich habe keinerlei Verständnis für Ihre Aussagen, wenn nicht nur kleine Lichtlein wie ich sehr befremdet sind, sondern in der “ReportMainz”-Sendung vom 1.12.2008 folgende Äußerungen fallen:
    1. ReportMainz:
    „Daß staatliche Willkür Lebensentwürfe zerstören kann, das weiß man. Doch was man wohl eher einer Diktatur zutraut, passiert auch bei uns, mitten in Deutschland.“
    „Auch der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum ist entsetzt über den jahrzehntelangen Umgang mehrerer hessischer Landesregierungen mit Hans Roth.“
    2. Alfred Grosser, einer der herausragenden Politologen Europas:
    »Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, daß man nicht seinen Beruf ausüben darf, daß man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.«
    »Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!«
    3. Gerhart Baum, der ehemalige Bundesinnenminister:
    »Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlass auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlass gefallen wäre.«
    »Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, daß er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.«

    Sie schreiben:„Ihre Verunsicherung gegenüber unserem Rechtsstaat betrübt mich, zumal sie nach Ihren Angaben ausschließlich auf die genannte Berichterstattung zurückzuführen ist.“
    Aber es ist nicht die genannte Berichterstattung, die zu dieser Verunsicherung führt, sondern die genannten Tatsachen, daß
    Johannes Rau, der damalige Bundespräsident, sich schon 2002 mit Hans Roth solidarisierte und ihn zum Sommerfest nach Berlin einludt, Raus Mitarbeiter sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung einsetzten, sein Bruder sich wiederholt an Sie gewendet hat und Hans Roth selbst Ihnen seit 2003 jährlich schreibt – und Sie einfach nicht antworten.
    Wie kann es nur angehen, daß Sie persönlich mehrfach mit den Vorgängen um Hans Roth befaßt waren, „ReportMainz“ gegenüber aber ein Interview ablehnten und dann bei einer Pressekonferenz sagten: »Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.«

    „Punkt“? Wieso „Punkt“? Solch eine Aussage ist nicht gerade geeignet, mir mein „Vertrauen in den Rechtsstaat zu bewahren“. Wie ist es nur möglich, daß Sie als hessischer Ministerpräsident so etwas sagen, wenn ein ausgebildeter Pädagoge mit zwei exzellenten Staatsexamen seit Jahrzehnten gegen sein unrechtmäßiges Berufsverbot durch das Land Hessen kämpft?
    Inzwischen habe ich mich noch an andere Stellen gewandt und versichere Ihnen, daß das Befremden über diesen Fall sehr groß ist!
    So antwortete mir MdB Andrea Nahles: „Ich finde den Fall sehr bedauerlich , um nicht zu sagen skandalös.“
    Ihr Gegenkandidat von der SPD bei den kommenden Wahlen, Herr Thorsten Schäfer-Gümbel, schrieb:
    „…Sie berühren damit ein Thema politischer Geschichte der Bundesrepublik, das auch innerhalb der SPD in der Vergangenheit kontrovers diskutiert worden ist. Schon vor 30 Jahren war festzustellen, daß die Überprüfung von Bewerbern für den Öffentlichen Dienst zum Teil überzogen war. Deshalb trat die SPD seit dem für eine Veränderung der Überprüfungspraxis ein.
    Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, daß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 1995 in einem anderen Fall geurteilt hat, daß die Entlassung einer Lehrerin wegen angeblicher fehlender Verfassungstreue gegen die Menschenrecht der Meinungsfreiheit und Koalitionsfreiheit verstoßen habe und unverhältnismäßig gewesen sei, kann ich Ihr Unverständnis über den von “Report Mainz” dargestellten Fall des Herrn Roth verstehen.
    Allerdings kann ich mangels konkreter Detailinformationen über diesen Einzelfall zurzeit nur sagen, daß nach einer erfolgreichen Landtagswahl am 18. Januar 2009 eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung den gesamten Sachverhalt intensiv prüfen wird.“
    Gert-Uwe Mende, der Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, sagte meinte: „Der Report-Beitrag war sehr beeindruckend, aber aus der Opposition heraus ist es schwierig, da etwas zu unternehmen. Aber wir kümmern uns auf jeden Fall in der kommenden Legislaturperiode um den Fall.“
    Bernhard Erkelenz, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Wahlkreisbüros von MdB Dr. Lale Akgün antwortete, es ginge „um einen hessischen Lehrer, der seit 30 Jahren zu Unrecht mit Berufsverbot belegt (sei) und Roland Koch (offenbar aus Angst vor Entschädigungsansprüchen) den Fall seit Jahren ignoriert“, und Frau Dr. Akgün könne evt. etwas zur „Klärung, ob es von seiten der Innenpolitiker im Bundestag oder seitens des BMI Möglichkeiten gibt, Einfluß auf das Land Hessen zu nehmen oder ob es rechtlich eine rein hessische Angelegenheit ist“, beitragen.
    Und nun frage ich Sie erneut: Ist es Ihnen möglich, etwas für Herrn Roth zu tun? Und ich versichere Ihnen: Ich bin wirklich sehr gespannt auf Ihre Antwort!
    Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
    Hochachtungsvoll
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

  • 7. Nadja Thelen-Khoder  |  Do, 8.01.09 at 14:39

    Parlamentarische Anfragen müssen ja aus dem Parlament heraus gestellt werden. Es geht also darum, einen oder mehrere (möglichst viele) Politiker – unter
    http://www.bundestag,de
    oder
    http://www.abgeordnetenwatch.de
    - davon zu überzeugen, daß eine solche Anfrage gestellt werden sollte!
    Ich denke, es ist wichtig, daß möglichst viele Menschen immer wieder auf eine parlamentarische Anfrage dringen, weil dann die Landesregierung Stellung beziehen muß. Zur Zeit gibt es zwar keinen hessischen Landtag, und bis zur Wahl ist es noch etwas hin. Aber die Überzeugungsarbeit ist wie ein Schneeballsystem – immer weiter und weiter und weiter drängen, suchen, forschen….
    Ich weiß es nicht besser, und der „Fall Roth“ ist „ein Fall“ seit 35 Jahren, und es haben sich schon so viele hochrangige Juristen und Politiker und Gerichte und Journalisten und Politologen und und und damit befaßt!
    Man kann nur immer weiter versuchen, nicht vergessen, in Erinnerung halten, weiter fragen, drängen – …
    Herr Roth selbst meint, es habe keinen Sinn, aber weil ich mich nicht abfinden kann und will und denke, daß die Zeiten sich ja auch ändern und daß nur wer aufgibt, schon verloren hat, mache ich einfach weiter. Womit? Mit jeder Idee, die mir einfällt, mit jeder Idee, die mir vielleicht ein Dritter gibt. Ganz naiv!
    Herr Neumann von „ReportMainz“ will eine weitere Sendung machen und Gerhart Baum „bleibt auch am Ball“, wie er mir schrieb…
    Ihnen allen VIEL ERFOLG !
    Mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 8. Nadja Thelen-Khoder  |  Fr, 9.01.09 at 12:40

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Am 7. Januar 2009 bekam ich einen Brief von Herrn Ministerpräsident Roland Koch, den ich sowohl im Internet auf http://www.kandidatenwatch.de als auch per frankierter Post dringend gebeten hatte, mir etwas zum „Fall“ Hans Roth zu sagen.
    In diesem Brief bedankt sich Herr Ministerpräsident Roland Koch für meinen Brief und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, dass ich mich engagiert für die Grundwerte unserer Verfassung und unsere Demokratie einsetzte.
    Er schrieb mir, der „Fall Roth“ sei „indessen anders gelagert“ als ich dächte: „Ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen ist Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden.“
    Diese Antwort verblüffte mich sehr; sollte „Report Mainz“ sich gleich zweimal so sehr geirrt haben, zunächst im Jahr 1977 und dann jetzt noch einmal?

    Als ich Herrn Roth selber fragte, gab er mir folgende Antwort:
    „Der gute Mann hat wieder kein Glück mit seinen Versionen, diesmal auch nicht: Erst kennt er auf der Pressekonferenz den Fall nicht, und dann kennt er ihn plötzlich so genau, dass er sogar ein Detail von vor 29 Jahren kennt – aus einem Prozeß, den er wiederum nicht kennt. Überhaupt kennt er, wie er selbst sagt, keine Gerichtsentscheidungen, hält es aber für absolut wesentlich, diese unbedingt zu akzeptieren.“
    Dies sei seine vorläufige Entgegnung; er werde aber in einer Woche eine dezidierte eidesstattliche Erklärung abgeben.

    Diese beiden Antworten halte ich beide für so interessant, dass ich mich um eine größtmögliche Verbreitung bemühe, allein schon, um die Spannung auf die eidesstattliche Erklärung in einer Woche zu steigern. Und so bitte ich an gleicher Stelle darum, dass jeder, der dies liest, die Antwort von Herrn Hans Roth auch nach Kräften weitergeben möge.
    Im voraus recht herzlichen Dank!
    Mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 9. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 17.01.09 at 21:17

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Zu seinem in der „Report Mainz“-Sendung vom 1. Dezember 2008
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=4124472/w0qegv/index.html
    dargelegten „Fall“ und den abgegebenen Stellungsnahmen des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch dazu gibt Hans Roth folgende Erklärung ab. Bitte verbreiten Sie diese Erklärung so weit als möglich!
    Mit dankbaren Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

    >Erklärung von Hans Roth

    Der Hessische Ministerpräsident hat kürzlich zwei öffentliche Erklärungen abgegeben, die einen Sach- und Menschenverhalt betreffen, der mit meinem Namen verbunden ist. Die eine lautete, dass er „den Fall nicht kennt“, die andere lautete, dass er den Fall so genau kennt, dass er mit Bestimmtheit sagen kann, ich sei „auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden“.
    Beide Erklärungen sind immanent widersprüchlich – und unwahr, wie alle anderen vorhergehenden auch (z.B. die seiner versprochenen Einladung in die Hessische Staatskanzlei, nach meiner Krebs-Operation).

    Hierzu erkläre ich: Wahr ist, dass ich immer wieder falsche Fehler gemacht habe, dass ich manchmal „Nein“ gesagt habe, wo Andere „Ja“ sagten, z.B. als Offizier zu den Notstandsgesetzen, als Citoyen zum „Extremisten“-Beschluß, als Sozialist zum „Realen Sozialismus“. So habe ich auch „Nein“ gesagt zu jenem sogenannten „Mogelpaket“, das vorsah, dass Menschen wie ich äußerst fragile Anstellungsverträge fortgesetzt bekamen, wenn sie in den Kuhhandel einwilligten, den Status quo des Berufsverbots zu akzeptieren, also nicht die studierten „Gewissensfächer“ (bei mir Sozialkunde und Ev. Religion) zu unterrichten, und auch niemals eine Klasse zu führen; bei mir wurde zusätzlich verlangt, meine schwer wiegende Klage auf Offenlegung meines – gefälschten – geheimen Dossiers zurückzuziehen. Dies habe ich abgelehnt aus grundsätzlichen politischen und pädagogischen Erwägungen.

    Die hessische CDU fand das übrigens damals gut, dass ich das „unsittliche Angebot“ der damaligen SPD-Regierung nicht annahm; sie forderte damals – u.a. auch nach einem Gerichtserfolg – meine sofortige „Wiedereinsetzung in den Status quo ante“ vor meiner „Extremisten“-Typisierung (G. Milde, Fraktionsvorsitzender, schriftlich; H. Geipel, Verfassungsschutzobmann, mündlich); der CDU-Verfassungsschutz-Präsident C. Lochte schrieb mir einen ausdrücklichen Persilschein aus – und bat mich um Verzeihung für das, was mir angetan worden war. Das soeben Gesagte wurde gerichtlich geprüft und blieb unwidersprochen; der Bundespräsident, nach dreijähriger Prüfung durch seinen Verfassungsexperten, segnete das Ganze schriftlich ab.

    Ich bin auf einem Weg gegangen, den ich nicht bereue. Ich bin immer den Verheißungen von Demokratie und Rechtsstaat gefolgt, jetzt 35 Jahre lang: Seit meiner Krebs-Erkrankung bin ich nach den Kriterien des Internationalen Strafrechts-Tribunals ein Fall von „Folter“.
    Fortsetzung folgt später.

    Hans Roth<

  • 10. Nadja Thelen-Khoder  |  Mo, 26.01.09 at 20:21

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Zunächst möchte ich mich ganz herzlich für alles bedanken, was irgend jemand von Ihnen für Herrn Roth tut! Der „Fall“ Roth geht mir wirklich mächtig an die Nieren, und ich kann einfach nicht verstehen, dass es nicht möglich sein soll, diesem vornehmen, netten, gebildeten, sensiblen, älteren und kranken Mann zu seinem Recht zu verhelfen!
    In der mehrfach zitierten „ReportMainz“-Sendung sagt Alfred Grosser: »Ich hätte nie gedacht, dass ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, dass man nicht seinen Beruf ausüben darf, dass man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.« Und später: »Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!«
    Und der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum meint a.a.O.: »Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlass auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlass gefallen wäre.« Und weiter: »Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, dass er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.«
    Mein Gott, da muß es doch irgend eine Möglichkeit geben, wenn solch hochkarätige Persönlichkeiten, Politologen und Juristen, sich solcher Art äußern!
    Immer noch klingt die Aussage von Herrn Ministerpräsident Roland Koch in meinen Ohren:
    »Ich glaube nicht, dass es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.«
    Diese „Basta!“-Aussage quält mich unglaublich! Inzwischen habe ich Herrn Roth persönlich kennengelernt, und es macht mich wirklich zu Tode betrübt, einen solchen Verfechter unserer Demokratie, einen solchen Streiter für unsere Republik so vornehm und bescheiden, aber eben auch so behandelt zu sehen.
    In den letzten Tagen habe ich mehrfach mit ihm telefoniert. Zunächst war er sich nicht sicher, ob ihm eine Petition lieb wäre oder nicht; ihm selbst verböte sich, in eigener Angelegenheit dahingehend zu handeln.
    Inzwischen aber hat er sich entschieden, eine Petition zu begrüßen, wenn sie Andere für ihn einreichen; er selbst habe auch mehrfach für Andere Petitionen eingereicht. Näheres will er in einer weiteren Erklärung mitteilen, die er heute abend auf den Weg bringen will.
    Ich kann Ihnen nicht sagen, welche Ehre und Freude es für mich ist, mich weiterhin für ihn und damit für unsere Republik, für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat einsetzen zu können!
    Bitte teilen Sie mir mit, wenn Sie irgendeine wie auch immer geartete Idee haben, was man noch tun könnte, bzw. setzen Sie Ihre Ideen nach Kräften in die Tat um; nach wie vor ist Öffentlichkeit das A und O in einer Demokratie, und die Öffentlichkeit, das sind wir alle!
    Es verwenden sich einige Stellen für Herrn Roth (nicht zuletzt Herr Innenminister a.D. Gerhart Baum und Ulrich Neumann von „Report Mainz“); es muß doch möglich sein, Herrn Roth zu helfen und damit dem Recht zu seinem Recht zu verhelfen!
    Im voraus für alle Ihre Bemühungen herzlichen Dank!!!
    Mit freundlichsten Grüßen
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 11. Nadja Thelen-Khoder  |  Di, 27.01.09 at 0:03

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Eben schickte mir Hans Roth seine zweite Erklärung zu, die ich hiermit weitergebe.
    Mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

    “Erklärung 26.1.2009

    Von der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen gefragt, ob ich „bereits einmal eine Petition in (m)einer Sache eingereicht“ habe und ob ich mit einer „Petition an den Petitions-Ausschuss des Hessischen Landtags und des Deutschen Bundestages“ einverstanden bin, antworte ich zum einen mit Nein, zum anderen mit Ja. – Ich bitte nicht für mich; ich bat dagegen für andere (Verbotene), so für H. Bastian und S. Gingold im Westen und für W. Biermann und R. Bahro im Osten; auch habe ich einst die „Charta 77“ unterzeichnet, als mein Freund Petr Uhl deren Sprecher war.

    Mit einer Petition, eingereicht von der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen, wäre ich sehr einverstanden. Sie schlösse sich an an Petitionen von H. Böll und W. Brandt, A. Grosser und H. von Hentig, W. Klafki und U. Klug, S. Mansholt und D. Sölle, K. Traube und G. Wallraff; zuletzt schrieb mein Freund P. Lavigne, einer der letzten noch lebenden Helden der Résistance, als 90-jähriger Christdemokrat der ersten Stunde die beiliegende Petition – aus Anlass einer öffentlichen Einlassung eines christdemokratischen Ministerpräsidenten, die ihn entsetzte.

    Mir wäre lieb, wenn bei der geplanten Eingabe zur Sprache käme der Kern meiner geheimen Verfassungsschutzakte: die „Dreyfus-Affäre“ der Umfälschung meiner Person in einen „DKP-Lehrer“, vorgenommen durch eine geheime Organisation der hessischen CDU, die „Aktion 76“; deren Vorsitzender, ein CDU-Abgeordneter, zerrte mich einst an die Öffentlichkeit (s. Anlage). – Der hessische Ministerpräsident, dem ich die 13. bis 15. Ablehnungs-Begründung verdanke und der sich wie ein letzter Mohikaner jener „Aktion 76“ verhält, kann über deren Finanzierung Auskunft geben.

    Vielleicht kann die geplante Petition zu meinem Menschen- und Sachverhalt, in dem es nicht nur um ein lebenslängliches Berufsverbot mit Nazi-Formel und um einen Fall von „Folter“ geht, sondern auch um die Achtung des Rechts, zur Rehabilitierung politischen Denkens und Handelns beitragen; im Unterschied zu (para)militärischem Denken und Handeln hat es kein Feindbild, hat es immer Vermittlung, Befriedung, Versöhnung im Hinterkopf.

    Hans Roth”

  • [...] 27.01.09 Leider hat der Fernsehbeitrag, auf den ich in meinem letzten Beitrag zum Fall Hans Roth hingewiesen habe, relativ wenig Nachhall in der Öffentlichkeit erfahren. Bis [...]

  • 13. aljas  |  Di, 27.01.09 at 10:42

    Besten Dank für Ihre Kommentare, Frau Thelen-Khoder! Erlauben Sie mir dennoch den Hinweis, dass Ihre Ansprache “Sehr geehrte Damen und Herren” mich immer ein wenig irritiert, da dies mein privater Blog ist und ich keine Mitstreiter habe.

    Hans Roths Erklärungen, die Sie hier in den Kommentaren veröffentlicht haben, habe ich in einen eigenen Beitrag eingebracht und hoffe, dass sie so etwas besser gefunden werden.

    Bitte erwarten Sie sich von den Veröffentlichungen in diesem Blog aber nicht zu viel. Die Besucherzahl ist derzeit noch sehr klein und es wäre daher sicherlich sinnvoll, Ihr Anliegen an prominenterer Stelle wiederzugeben. Ich denke da an bekannte politische Blogs, wie z.B.
    nachdenkseiten.de
    spiegelfechter.com
    alarmschrei.de
    netzpolitik.org

    Vielleicht können Sie deren Betreiber dazu bewegen, auch über Hans Roth zu berichten.

  • 14. Nadja Thelen-Khoder  |  Di, 27.01.09 at 13:27

    Als Neuling im Internet bin ich dankbar für jeden einzelnen Hinweis, den ich von irgendwoher bekomme! Vielen herzlichen Dank für Ihre Ideen, die ich nach Kräften in die Tat umzusetzen versuchen werde!
    Ich handele nach dem Schneeballprinzip und bin jedem Einzelnen dankbar, den ich erreichen kann; daher die Formulierung “Sehr geehrte Damen und Herren”, da ich nie weiß, wer meine Zeilen gerade liest.
    In der Hoffnung, daß Sie mich weiterhin hier schreiben lassen und mir meine Unzulänglichkeiten und Fehler verzeihen und mir sogar hilfreich zur Seite stehen, verbleibe ich
    mit dankbaren Grüßen
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 15. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 1.02.09 at 0:30

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Herr Roth hat mir einige Dokumente zugeschickt und bittet um Weitergabe. Nun sind das PDFs, die sich nicht ohne Weiteres in einen Blog einarbeiten lassen. Es handelt sich dabei um

    · „Gießener Allgemeine Zeitung“, Zeitungsartikel vom 31.8.1974;
    · einen Brief von Professor Dr. Dorothee Sölle vom 15. August 1976;
    · eine Erklärung von Günter Wallraff vom 19. Februar 1979;
    · Ausschnitte aus einem Brief des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau vom 15. August 2002;
    · einen Brief von Alfred Grosser vom 7. Dezember 2008;
    · einen Brief von Pierre Lavigne vom 21.12.2008;
    · einen Text von Hartmut von Hentig mit dem Titel „Qualität und Qualifikation. Ein Nachwort zum Lehrer Hans Roth“;
    · „Frankfurter Rundschau“, Zeitungsartikel vom 12. November 1977 unter dem Titel „Wie man in den Ruch kommt, ein Aussätziger zu sein. Der ehemalige Atommanager Klaus Traube berichtet über den hartnäckigen Kampf des gelernten Lehrers Hans Roth um sein Recht“;
    · einen Zeitungsartikel mit dem Titel >Eltern wollten ihr Kind nicht von dem „Kommunisten“ unterrichten lassen<, bei dem leider die Angaben fehlen, wann und wo er erschienen ist.

    Da ich sie möglichst breit streuen will, bitte ich Sie hiermit darum, mir im Falle Ihres Interesses eine Email zu schicken an „NadjaThelen-Khoder(at)web.de“, auf die hin ich Ihnen dann die Dateien im Anhang zurückmailen würde. Falls Sie eine bessere Idee haben, teilen Sie mir die bitte auch mit; als Computer-Neuling bin ich für Ratschläge solcher Art sehr dankbar!
    Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 16. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 14.02.09 at 14:23

    Immer wieder wende ich mich an verschiedene Menschen; hier die Antwort von Sören Bartol, Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD, Sprecher der Landesgruppe Hessen:
    “…,
    vielen Dank für Ihr Engagement im Fall von Hans Roth. (…)
    Im Gegensatz zu Roland Koch setzt die SPD auf Verantwortung. Wir diskutieren die Praxis der Überprüfung von Bewerbern für den öffentlichen Dienst daher bereits seit längerem. Leider haben wir am vergangenen Sonntag nicht die Regierungsverantwortung in Hessen übernehmen können, doch auch aus der Opposition im hessischen Landtag heraus wird sich die SPD weiterhin mit dem Fall Hans Roth befassen. Ihre Zusammenfassung der Äußerungen von Roland Koch zu dem Fall sowie das Schreiben von Herrn Roth werden dabei sicher von Nutzen sein.
    Der Bund hat im Falle von Hans Roth leider kaum Spielraum, denn die Verantwortung für den hessischen Schuldienst liegt beim Land Hessen. Daher werde ich mich an Thorsten Schäfer-Gümbel in seiner neuen Funktion im hessischen Landtag mit der Bitte wenden, sich erneut mit dem Fall Roth zu befassen. Wie Thorsten Schäfer-Gümbel Ihnen bereits über Kandidatenwatch
    mitgeteilt hat, wird der Fall intensiv geprüft und dafür werde auch ich mich einsetzen.“

  • 17. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 14.02.09 at 14:26

    Am 6. Januar 2009 bekam ich einen Brief vom Herrn Ministerpräsident Roland Koch, in dem er mir schreibt: ” (…) Es freut mich, daß Sie sich engagiert für die Grundrechte unserer Verfassung und unsere Demokratie einsetzen.
    Der Fall Roth ist indessen anders gelagert als Sie denken. Ausweislich der mir vorliegenden Unterlagen ist Herr Hans Roth auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 31. Juli 1979 aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden. Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, sind nicht mehr verfügbar. (…)”
    Nun habe ich in dem Buch „Aufrichten oder Abrichten“ von Hans Roth (Frankfurt/M. 1980), das leider nur noch antiquarisch im Buchhandel käuflich zu erwerben ist, einige Dokumente auf den Seiten 53-69 gefunden, die dem Ministerpräsidenten bei der Rekonstruktion der näheren Umstände vielleicht behilflich sein könnten. Bedauerlicherweise kann ich jedoch diese Dokumente nicht mit der Formulierung „auf eigenen Wunsch“ in Einklang bringen.
    Und nach wie vor fassungslos bin ich über die Tatsache, daß sich die Liste derer, die sich empört über den „Fall“ Roth äußern, seit Jahrzehnten verlängert (Heinrich Böll, Dorothee Sölle, Alfred Grosser, Gerhart Baum, Wolfgang Klafki, Hartmut von Hentig, Johannes Rau, Hans Koschnick, Klaus Traube, Günter Wallraff – um nur einige zu nennen), während Herr Ministerpräsident Roland Koch in seiner Antwort auch auf Kandidatenwatch.de keinen Grund für weiteres Handeln sieht.
    Erst vor einigen Tagen schrieb mir die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser Schnarrenberger: „ (…) vielen Dank für Ihr ausführliches Schreiben und Ihr Engagement für Herrn Roth.
    Ich habe die Berichterstattung zu diesem Fall auch gesehen. Es ist erschütternd. Herr Roth hätte wohl nie unter den Radikalerlass fallen dürfen. Ihm wurde sogar von offizieller Seite aus, von Gerichten und Regierungspräsidium, die Verfassungstreue bescheinigt. Ein Berufsverbot hätte, wenn überhaupt, nur ausgesprochen werden dürfen, wenn es stichhaltige Beweise gäbe, die Herrn Roth als politischen Extremisten entlarvt hätten. Diese gab es jedoch nie.
    Somit entbehrt das Berufsverbot meiner Auffassung nach den rechtlichen Grundlagen.
    Bitte wenden Sie sich doch an den FDP-Landesvorsitzenden in Hessen Herrn Jörg-Uwe Hahn, er ist zugleich auch der hessische Justizminister. Seine Email-Adresse lautet: j.hahn@ltg.hessen.de (…)“
    In der Hoffnung, daß unsere Republik einen ihrer überzeugtesten Verteidiger, dem seit Jahrzehnten Unrecht widerfährt, nicht im Stich läßt und ihre wahre Größe durch eine Wiedergutmachung begangener Fehler unter Beweis stellt, verbleibe ich
    mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 18. Hans Roth bei Telepolis « aljasblog  |  So, 15.02.09 at 17:51

    [...] Roths Fall veröffentlicht (und darauf auch in seinem Blog verlinkt), auf den ich vor einiger Zeit hingewiesen habe. Hoffentlich führt das zu regerem Interesse und weiterer Unterstützung für Herrn [...]

  • 19. Nadja Thelen-Khoder  |  Fr, 20.02.09 at 20:09

    In der „Report Mainz“-Sendung vom 1. Dezember 2008, die man jederzeit unter dem Link
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html
    noch einmal ansehen kann, hält Alfred Grosser eine blaue DIN A 4-große hellblaue „Dokumentation zu Hans Roth“ in den Händen, auf der über dem Titel zu lesen steht: „Es gab niemals einen Grund, an Ihrer Verfassungstreue zu zweifeln …“.
    Es ist mir gelungen, diese Broschüre noch einmal aufzutreiben, und ich möchte Sie Ihnen hiermit gern zur Verfügung stellen. Sollte es eine Möglichkeit geben, Sie im Internet zu verlinken, fände ich das großartig!
    Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 20. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 21.02.09 at 12:40

    Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für den Link
    http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/hans_roth_blaue_mappe1.pdf
    Sie sind ein Engel!
    Die Liste derer, die den „Fall“ Roth für „skandalös“ (Andrea Nahles) und „erschütternd“ (die ehemalige Justizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger) halten, wird immer länger.
    Auch Florian Scheuer von den „Jungen Liberalen“ hat mir geschrieben: „…Ich kenne den Fall Roth leider überhaupt nicht, allerdings kann ich in der Tat Ihre Bestürzung nachvollziehen. Um ihnen allerdings eine umfassende Antwort geben zu können, müßte ich mehr über die Hintergründe, Gerichtsentscheidungen usw. wissen und vorliegen haben. Daher habe ich mir erlaubt, Ihre Email an den Bundesprogrammatiker des Bundesverbandes der Jungen Liberalen sowie den Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen in Hessen weiterzuleiten. Ich hoffe, daß diese Ihnen in der Angelegenheit weiter helfen können. Ansonsten kann ich Sie nur zu Ihrem Engagement beglückwünschen und Ihnen raten, sich weiter einzumischen und Entscheidungen auch zu hinterfragen und eben nicht immer als gegeben hinzunehmen. Viel Erfolg und mit freundlichen Grüßen“
    Hiermit danke ich allen, die sich weiterhin für Herrn Roth einsetzen, der nach all den Jahren, in denen sich solch hochkarätige Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Johannes Rau, Alfred Grosser, Dorothee Sölle, Hartmut von Hentig, Wolfgang Klafki, Günter Wallraff u.v.a.m. für ihn eingesetzt haben, nicht verbittert ist, sondern nach wie vor von „Vermittlung, Befriedung, Versöhnung“ spricht.
    Mit freundlichsten, hoffnungsvollen und dankbaren Grüßen
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 21. Nadja Thelen-Khoder  |  Di, 24.02.09 at 19:38

    In der besagten hellblauen Dokumentation befindet sich auf S.33 ein Brief des damaligen Innenministers Gerhart Baum an Prof. Dr. Ulrich Klug vom 30. Oktober 1980 (S.33), in dem er schreibt: „…, vielen Dank für die Dokumentation ‚Geheime Verfassungsschutzakten contra Menschenwürde’ über den Verwaltungsrechtsstreit zwischen Herrn Roth und dem Land Hessen, die Sie mir anläßlich der Podiumsdiskussion in Köln überlassen haben. … Es geht vor allem um die für den Schutz des Betroffenen ebenso wie für die Arbeit der Verfassungsschutzbehörden wichtige Frage, wie die grundsätzliche Verpflichtung der Verfassungsschutzbehören, nicht erforderliche Unterlagen zu vernichten, konkretisiert werden kann. Die Lösung dieser Frage ist Gegenstand der im BMI anlaufenden Arbeiten zur Vorbereitung einer Novelle zum Verfassungsschutzgesetz des Bundes. Wir warten daher mit Interesse auf die noch ausstehende Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes.“

    Auch diese Dokumentation habe ich kopieren können, und möchte Sie Ihnen gern zur Verfügung stellen, immer in der Hoffnung, daß es Menschen gibt, die das alles verstehen und sich in geeigneter Weise für Herrn Roth einsetzen können.
    Wenn man auch diese Dokumentation im Internet verlinken könnte, wäre das wunderbar!
    Mit den allerfreundlichsten und hoffnungsvollen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 22. Nadja Thelen-Khoder  |  Mi, 25.02.09 at 0:56

    Sie sind ein Engel! Vielen herzlichen Dank für die Links!
    Mit den besten Wünschen und voller Hoffnung verbleibe ich
    dankbar
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 23. aljas  |  Mi, 25.02.09 at 10:42

    Danke, aber das bin ich ganz sicher nicht. Diesen kleinen Beitrag zu leisten ist eine Selbstverständlichkeit.

  • 24. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 14.03.09 at 15:59

    Vielleicht klingt es befremdlich, aber gerade nach dem entsetzlichen Amoklauf in Winnenden ist es mir ein dringendes Bedürfnis, Ihnen vier Seiten aus zwei Büchern von Hans Roth an Herz und Verstand zu legen [und wenn man die Dateien verlinken könnte, wäre ich wieder einmal sehr glücklich!], und zwar S. 48/9 aus „Aufrichten oder Abrichten“ (Frankfurt/M. 1980), und S. 146/7 aus
    „Stumme können selber reden. Praxisberichte aus dem Religionsunterricht an Haupt- und Sonderschulen“ von Wilma Berkenfeld, Leony Peine und Hans Roth, hrsg. von Marie Veit (Wuppertal 1978),
    das ich auch über den Buchhandel noch antiquarisch erwerben konnte (Jugenddienst-Verlag).
    Selbstverständlich liegen die Ursachen für Amokläufe nicht in den Schulen, aber sie könnten so viel mehr Gutes bewirken – und vielleicht eben dadurch doch auch manch Schlechtes, Böses oder Schreckliches verhindern.
    Ach, wenn es doch in Deutschland nur mehr von solchen Lehrern wie Hans Roth gegeben hätte bzw. gäbe!
    Weiterhin mit hoffnungsfrohen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 25. aljas  |  Sa, 14.03.09 at 19:45

    Hallo,
    ich habe die Dateien als PDFs unter folgenden Links für Sie hinterlegt:
    Aufrichten oder Abrichten – S. 48 & 49
    Stumme können selber reden – S. 146 & 147

  • 26. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 14.03.09 at 20:11

    Ich bin Ihnen sehr, sehr dankbar! Nach dieser sehr persönlichen Bitte möchte ich jetzt jedoch wieder streng sachlich werden:
    Bezugnehmend auf die Antwort des Herrn Ministerpräsidenten Roland Koch, der mir in seinem Brief schrieb, daß Herr Roth „auf eigenen Wunsch … aus dem hessischen Schuldienst ausgeschieden“ sei und „Akten und Unterlagen, aus denen sich die näheren Umstände rekonstruieren ließen, ( ) nicht mehr verfügbar“ seien, möchte ich hiermit eine weitere Dokumentation zur Verfügung stellen und wäre Ihnen außerordentlich dankbar, wenn sie auch „Wer schützt uns vor’m ‚Verfassungsschutz’? Hans Roth kämpft um die Vernichtung seiner ‚Verfassungsschutzakte’“ verlinken könnten!
    In der Hoffnung, daß Sie mich nicht für unverschämt halten, verbleibe ich
    mit den allerherzlichsten und hoffnungsfrohen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 27. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 14.03.09 at 21:08

    Ewigen Dank für den Link
    http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/doku_wer_schuetzt_uns_vorm_verfassungsschutz.pdf
    Ich kann Ihnen nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin!
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder

  • 28. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 15.03.09 at 6:49

    Ich habe noch eine Broschüre kopieren können, die im Juli 1975 vom Allgemeinen Studentenausschuß der Justus-Liebig-Universität in Gießen herausgegeben wurde. Sie trägt den Titel „Berufsverbot in Hessen. Eine Agitation mit Tatsachen“ – könnten Sie diese Broschüre auch noch verlinken, so daß sie jedem leicht zugänglich ist? Das wäre einfach wunderbar!
    Sie enthält viele Zeitungsausschnitte, Schriftwechsel und Aktenzeichen und verstärkt deshalb mein absolutes Unverständnis sowohl der Antworten von Herrn MP Roland Koch („auf eigenen Wunsch … ausgeschieden“ und „Akten und Unterlagen … nicht mehr verfügbar“) als auch der damaligen Vorgänge. Wie kann das nur alles (geschehen) sein?
    In der Hoffnung auf eine möglichst breite Öffentlichkeit für diesen offenkundig unhaltbaren Zustand verbleibe ich
    mit hoffnungsfrohen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 29. Nadja Thelen-Khoder  |  Mo, 16.03.09 at 2:34

    1001 Dank für den Link!

    http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/berufsverbot_in_hessen.pdf

    Mit dankbaren und hoffnungsfrohen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 30. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 22.03.09 at 20:11

    Nachdem mir immer wieder dazu geraten wurde, eine Petition für Herrn Roth einzureichen, habe ich das jetzt am Freitag, dem 20.3.2009, getan. Ich habe sie sowohl an den Deutschen Bundestag (über

    Oliver Feldhaus
    Referent Petitionen und Eingaben
    Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin
    Te. 030 – 227 71591
    Fax. 030 – 227 76236
    eMail. oliver.feldhaus@gruene-bundestag.de )

    als auch an den Hessischen Landtag (über

    Vera Toth
    Referentin für Europapolitik und Petitionen
    FDP-Fraktion im Hessischen Landtag
    Schlossplatz 1-3
    65183 Wiesbaden
    Telefon: (0611) 350 1578
    Fax: (0611) 350 570
    v.toth@ltg.hessen.de )

    sowie

    Julia Thon
    Petitionen
    SPD-Fraktion im Hessischen Landtag
    Postfach 3240, 65022 Wiesbaden
    Schloßplatz 1 – 3, 65183 Wiesbaden
    Tel.: 0611 / 350 – 514, Fax: 0611 / 350 – 511
    E-Mail: j.thon@ltg.hessen.de

    geschickt, die mir alle ihre persönliche Hilfe zugesichert haben.

    Vielleicht wollen Sie meine Petition mitunterzeichnen. Für diesen Fall möchte ich Ihnen den Petitionstext gern zugänglich machen, den Sie dann nur noch ausdrucken und dann per Post an die oben angegebenen Adressen schicken brauchten.
    Das ist meine neueste Idee, um Öffentlichkeit für Herrn Roth herzustellen.
    Ich danke im voraus recht herzlich für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
    Mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

    PS: Die Adressen der beiden Petitionsausschüsse (ohne einen Referenten einer Fraktion) sind

    Petitionsausschuß der Deutschen Bundestages
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin
    Telefon: +49 (0)30 227 35257
    Fax: +49 (0)30 227 36053
    E-Mail: vorzimmer.peta@bundestag.de

    und

    Petitionsausschuß des Hessischen Landtages
    Schlossplatz 1-3
    65183 Wiesbaden

    PPS: Schöner formatiert habe ich den Petitionstext auch als PDF; wenn man ihn (auch zum einfacheren Ausdrucken) hier im Blog verlinken könnte, fände ich das sehr praktisch.

    Hier nun also der Text meiner Petition:

    Petition

    Hiermit reiche ich,

    Nadja Thelen-Khoder (Adresse)

    eine Petition ein für

    Herrn Hans Roth (Adresse)

    Meine Petition bezieht sich auf die Tatsachen, die unter folgenden Links jederzeit angehört bzw. angesehen werden können:

    „Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html

    Das Manuskript zur Sendung vom 1.12.2008:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=4124472/w0qegv/index.html

    „Report Baden Baden“ 1978:
    http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124476/pv=video/gp1=4247576/nid=233454/1xu68mf/index.html

    Artikel von Jens Berger auf „Telepolis“ vom 14. Februar 2009
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29709/1.html

    Erreichen will ich insbesondere

    die ausdrückliche Rücknahme der Formulierung in der Ablehnung Herrn Roths als Beamter, „daß er die für die Einstellung als Lehrer im Beamtenverhältnis erforderliche charakterliche Reife …nicht besitzt“ (Begründung des Widerspruchsbescheides vom 13. September 1978; siehe Anlagen);

    „die ‚Wiedereinsetzung in den status quo ante’ vor der Fälschung (eine uralte Forderung der hessischen CDU)“ [Diese Formulierung übernehme ich wörtlich aus dem Brief von Herrn Roth an mich und berufe mich dabei auf die zahlreichen Dokumente in den Anlagen meiner Erklärung „An alle Mitglieder des Petitionsausschusses“];

    eine angemessene Wiedergutmachung für die ihm zugefügten Ungerechtigkeiten, begangen von unterschiedlichster Seite, sowohl vom Land Hessen und seinen Behörden als auch von Seiten des Bundes (Militär und Verfassungsschutz);

    eine moralische und juristische Rehabilitation für Herrn Hans Roth.

    Dies will ich als Mensch erbitten, als Bürger fordern, dafür will ich werben und greife an die für mich unerträgliche Antwort bzw. Nicht-Antwort des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in seinem Brief an mich vom 5. Januar 2009 (siehe Anlagen). Unerträglich deshalb, weil es nichts Ärgeres gibt in einer demokratischen Republik wie der unsrigen, als wenn der Staat sich nicht an Recht und Gesetz hält. Und wenn solch wesentliche Grundwerte unserer Verfassung gebrochen werden wie Artikel 3,3 unseres Grundgesetzes oder das Verbot, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, ist dies ein schweres Verbrechen dem Staat und allen seinen Bürgern gegenüber.

    Ausdrücklich hinweisen will ich auf die zahlreichen Veröffentlichungen in Presse und Rundfunk, fast immer zu Herrn Roths Gunsten, zuletzt die oben erwähnte Sendung von „Report Mainz“ (ARD, 1.Dezember 2008). In meiner Erklärung „An alle Mitglieder des Petitionsausschusses“, die unbedingt zu dieser Petition gehört, befindet sich ein Anhang, der einige Links zu Dokumentationen zum „Fall“ Roth enthält, die ihrerseits wiederum von Zeitungsartikeln nur so strotzen.

    Sollte ich noch irgendetwas in dieser Angelegenheit tun können, bitte ich Sie dringend um sofortige Benachrichtigung.
    In der Hoffnung, daß diese nun jahrzehntelange Geschichte zu einem guten Ende kommen kann, verbleibe ich

    hochachtungs- und hoffnungsvoll

    Nadja Thelen-Khoder

    Köln, den 19. März 2009

  • [...] Thelen-Khoder ruft zudem in diesem Kommentar jeden Interessierten dazu auf, diese Petition ebenfalls [...]

  • 32. Nadja Thelen-Khoder  |  Mi, 25.03.09 at 13:43

    Herr Roth hat mich gebeten, zwei Texte für ihn zu verbreiten. Ich komme diesem Wunsch nur ungern nach: „Testament“ klingt nach Tod, und verstehen tue ich auch wieder nur die Hälfte. Aber er ist krank geworden, und ich will ihm helfen.
    Könnten Sie die beiden Erklärungen bitte verlinken?
    Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 33. Nadja Thelen-Khoder  |  Mo, 30.03.09 at 11:50

    Vielen herzlichen Dank für den Nachtrag zu meiner Petition
    http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/thelen-khoder-hans-roth-petition-nachtrag.pdf und an jeden, der sich beteiligen möchte!
    Möge es helfen!
    Mit freundlichsten Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder

  • 34. Nadja Thelen-Khoder  |  Fr, 1.05.09 at 19:31

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Wer sich auch nur ein bißchen mit Sprache beschäftigt, weiß, daß Menschen gewisse Wörter nicht zufällig gebrauchen. Und besonders Bundesinnenminister, Bundesjustizminister, Bundespräsidenten, international renommierte Politologen, Literaturnobelpreisträger und Professoren der Jurisprudenz und Theologie neigen dazu, Wert auf ihre Ausdrucksweise zu legen, besonders dann, wenn sie sich schriftlich und/oder in der Öffentlichkeit vor bzw. in Medien äußern.
    Wenn also Gerhart Baum „entsetzt“ ist und die „Pflicht“ zu einer „moralischen Rehabilitation“ attestiert, Alfred Grosser höchst persönlich einen Brief an Herrn Ministerpräsidenten Roland Koch schreibt und von „kümmerlichen Lebensverhältnissen“ und „gegebenem Moment“ spricht, Frau Leutheusser-Schnarrenberger meint, die Tatsachen seien „erschütternd“; Johannes Rau „neugierig“ auf den „citoyen“ war; Heinrich Böll und Dorothee Sölle und Klaus Traube und Hartmut von Hentig und Wolfgang Klafki und Prof. Dr. Ulrich Klug und … – ach, die Reihe ließe sich so lange fortsetzen; die Liste derer, die sich bereits für Herrn Roth eingesetzt haben, liest sich ja fast wie ein “Who is Who” der intellektuellen Crème de la Crème) – wenn diese Persönlichkeiten sich alle für Herrn Roth eingesetzt haben und einsetzen:
    Wie ist es dann nur möglich, daß ich nunmehr Antworten von verschiedener Seite erhalten habe, die sich mit den Gegebenheiten einfach abfinden?
    In den vergangenen Wochen habe ich versucht, die Menschen zu erreichen, die damals mit dem „Fall“ Roth zu tun hatten, und bei einigen ist es mir mittelbar oder unmittelbar gelungen.
    In seiner Erklärung vom 17. Januar 2009 schreibt Herr Roth:
    „Die hessische CDU fand das übrigens damals gut, dass ich das „unsittliche Angebot“ der damaligen SPD-Regierung nicht annahm; sie forderte damals – u.a. auch nach einem Gerichtserfolg – meine sofortige „Wiedereinsetzung in den Status quo ante“ vor meiner „Extremisten“-Typisierung (G. Milde, Fraktionsvorsitzender, schriftlich; H. Geipel, Verfassungsschutzobmann, mündlich); der CDU-Verfassungsschutz-Präsident C. Lochte schrieb mir einen ausdrücklichen Persilschein aus – und bat mich um Verzeihung für das, was mir angetan worden war. Das soeben Gesagte wurde gerichtlich geprüft und blieb unwidersprochen; der Bundespräsident, nach dreijähriger durch seinen Verfassungsexperten, segnete das Ganze schriftlich ab.“
    Christian Lochte starb 1995, „H. Geipel“ konnte ich nicht finden, aber „G. Milde“ ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Hessischen Landtag. Also schieb ich ihn an, er kenne ja den Fall gut und ob er sich bitte für Herrn Roth einsetzen könne.
    Zunächst schrieb mir Herr Milde zurück, er kenne den Fall gar nicht. Vielmehr werde er seinen Vater, den damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden der CDU fragen.
    Und der richtige „G. Milde“, also der Vater, Herr Staatsminister a.D. Gottfried Milde, schrieb mir einen Brief:
    „Sehr geehrte Frau Khoder,
    mein Sohn hat mir Ihre umfangreiche Korrespondenz zugestellt. Das war etwas kompliziert, weil ich selbst nur mit Post, gelegentlich über Fax arbeite.
    Ich komme deshalb auch mit Brief auf Ihre Anfrage vom 11. April zurück.
    Die Sendung von Report habe ich nicht gesehen, könnte aber auch dann keinen Beitrag zu dem Vorgang leisten. Ich selbst habe keine Unterlagen aus der damaligen Zeit, die CDU-Landtagsfraktion auch nicht, weil alle Aufbewahrungsfristen seit vielen Jahren verstrichen sind und die Akten dann vorschriftsmäßig vernichtet worden sind.
    In der CDU-Fraktion hat seinerzeit unser Kollege Horst Geipel die Angelegenheit bearbeitet. Er ist leider sehr früh verstorben, sodass auch von dieser Seite nichts mehr in Erfahrung zu bringen ist.
    An Einzelheiten kann ich mich nach Jahrzehnten verständlicher Weise nicht erinnern. Ich kann Ihnen also nicht weiterhelfen.
    Mich verblüfft allerdings, dass die Angelegenheit jetzt nach so langer Zeit wieder aufgegriffen worden ist. Herr Roth hätte ja viel früher die Möglichkeit gehabt, sich zu melden und eventuell bestehende Ansprüche geltend zu machen.
    Die Antwort von Herrn Ministerpräsident Koch geht meines Erachtens in Ordnung. Ihre Vermutung, „dass Menschen wie Sie (=ich) und Herr Ministerpräsident Koch doch sicher einiges für Herrn Roth tun können“, ist im übrigen unzutreffend.
    Entscheidend ist allein die Rechtslage.
    Im Petitionsverfahren wird das geklärt werden. Allerdings ist meines Erachtens der Bundestag die falsche Adresse für eine Petition in dieser Sache.
    Ich bedauere, Ihnen keine andere Antwort geben zu können.
    Hochachtungsvoll
    (G. Milde)“

    Und in seinem „Politischen Testament“ erwähnt Herr Roth einige Beteiligte, die ich hier besonders aufgreifen will; er schreibt:
    1. „Ich klage an das geheime Militär-Tribunal von «Gladio», das mich in einem geheimen Verfahren aufgrund eines Inside-Reports (mit G. Wallraff als Begleiter) wegen «Hochverrats» verurteilte.
    2. Ich klage an die geheime Terror-Organisation «Aktion 76», von der hessischen CDU politisch geführt, die mich über eine bestimmte hessische Presse an die Öffentlichkeit zerrte («Extremist», «DKP-Lehrer» – der ich nie war) und mein Leben wendete.
    3. Ich klage an eine spezialdemokratisch geführte Landesregierung, die beide Verurteilungen ungeprüft übernahm und ihr noch heute geschichtsmächtiges Berufsverbot mit der Nazi-Formel «fehlende charakterliche Reife» aussprach.
    4. Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte, und
    5. eine Kampfpresse, die meine Gegendarstellungen nie veröffentlichte, auch nach gerichtlicher Klärung nicht.
    6. Ich klage an jene geheimen Kommandos, die immer wieder bei mir einbrachen und wichtige Dokumente stahlen, manchmal am gleichen Tag bei meinem Bruder, die gleichen Dokumente entwendend.
    7. Ich klage an jenen Verfassungsgerichtspräsidenten, der ein geheimes Buch voller Anweisungen zu meinem Prozess verfasste, der einen schweren Akzent auf die Macht-Frage der Kontrolle geheimer Dossiers legte und einen nicht minder schweren auf die unterschiedlichen Zeit-Strukturen von Staat und Individuum.
    8. Ich klage an den Hessischen Ministerpräsidenten, der zuerst versprach, dem orientierenden Schreiben des Bundespräsidenten zu folgen und das Recht zu achten – und dann doch das grausame Spiel von bleibendem Berufsverbot und ausbleibender Wiedergutmachung fortsetzte, also Verfassungsbruch beging. …“

    Also klapperte ich ab:

    Zu 1.:

    „Gladio“ hatte ich noch nie gehört, aber unter dem Suchbegriff „Hans Roth“ fand ich im Internet die Links

    http://www.sueddeutsche.de/politik/9/463615/text/

    http://www.sueddeutsche.de/politik/9/463615/text/3/

    http://www.fr-online.de/_em_cms/_globals/brief.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&em_cnt=1715497&em_loc=&ref=/in_und_ausland/politik/meinung/leserbriefe_aus_der_zeitung/

    http://www.zeit.de/suche/index?fr=cb-gwpze&q=Gladio&x=0&y=0

    http://www.zeit.de/1991/50/Unter-eigener-Anklage

    Also berichteten in den letzten Wochen zum 60. Geburtstag der NATO sowohl die „Süddeutsche Zeitung“ (4.4.2009, Jonathan Stock: „Es war ein Geheimnis vieler Nato-Länder: Untergrundarmeen sollten bei einem Einmarsch der Sowjetunion den Guerilla-Kampf aufnehmen. Die Spuren gehen zurück bis in die fünfziger Jahre – die Nato mauert noch heute.“) als auch die „Frankfurter Rundschau“ und „Die Zeit“ über dieses „Gladio“, was mir zunächst wie die Erfindung eines humanistisch gebildeten Lehrers vorgekommen war, womöglich noch des Theologie-Studenten Hans Roth (gladio = durch das Schwert; „Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert umkommen“).

    Zu 2:

    Zu „Aktion 76“ weiß ich nichts, aber „Extremist“ und „DKP-Lehrer“ stand damals in den Zeitungen, und ich frage mich natürlich, wie das denn möglich war, wenn Herr Staatsminister Winterstein vom Hessischen Innenministerium Herrn Roth 1986 schreibt: „Sehr geehrter Herr Roth, nach meiner festen Überzeugung gibt es keinerlei Grund für irgendeinen Zweifel an Ihrer Verfassungstreue. Es gibt auch keinerlei Zweifel daran, daß Sie kein „Extremist“ sind. Darüber hinaus gab es auch niemals einen Grund, an Ihrer Verfassungstreue zu zweifeln oder Sie als „Extremist“ einzustufen.“ (aus der „Dokumentation zu Hans Roth“, die Alfred Grosser in der „Report-Mainz“-Sendung vom 1.12.2008 in den Händen hält; S. 36)

    Zu 3:

    Zu seinem 80. Geburtstag habe ich Hans Koschnick angeschrieben und ihn um Hilfe gebeten; der große Sozialdemokrat hatte damals den Vorwurf der mangelnden „charakterlichen Reife“ im sozialdemokratisch regierten Hessen als „Nazi-Argument“ gegen im nationalsozialistischen Deutschland mißliebige Lehrkräfte gebrandmarkt. Bisher kam folgende Antwort: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, Herr Koschnick hat mich gebeten, Ihnen seinen Dank für die netten Grüße zu seinem Geburtstag auszurichten. Mit freundlichen Grüßen A. Kaiser“

    Zu 4:

    In verschiedenen Emails an die Evangelische Kirche bat ich um Hilfe für Herrn Roth. Verschiedene Antworten betonten, die Angelegenheit werde weitergeleitet. Und jetzt bekam ich folgende Antwort:

    Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,
    Sie haben sich an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland gewandt und um „Hilfe für Ihren Religionslehrer Hans Roth“ gebeten. Die EKD hat Ihre Anfrage an uns weitergeleitet, da der Religionsunterricht nicht in die Zuständigkeit der EKD, sondern die der einzelnen Landeskirchen fällt.
    Wir haben in unserem Hause prüfen lassen, ob Hans Roth „unser Religionslehrer“ gewesen ist. Zunächst einmal wird der Religionsunterricht – wie jedes andere Unterrichtsfach auch – durch staatliche Lehrkräfte erteilt, allerdings in diesem Fall mit Zustimmung der zuständigen Kirche. Soweit wir ermitteln konnten, hat Herr Roth niemals die Erlaubnis zur Erteilung evangelischen Religionsunterrichts bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beantragt, ist also nicht „unser Religionslehrer“ gewesen. Ob er bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die den südlichen Teil des Bundeslandes Hessen umfasst, eine Lehrerlaubnis beantragt hat, kann unsererseits nicht festgestellt werden.
    Insofern ist für uns der in Ihrem Dossier wiedergegebene Satz „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte …“ im Blick auf die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nicht nachvollziehbar. Daher sehen wir uns auch nicht in der Lage, Ihre Petition zu unterstützen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.
    Mit freundlichen Grüßen
    im Auftrag
    i.A. Frank Hofmann
    Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
    Pfarrer Dr. Frank Hofmann
    Persönlicher Referent des Bischofs
    Wilhelmshöher Allee 330
    34131 Kassel
    Tel. 0561/9378-307
    Fax 0561/9378-460
    eMail hofmann.lka@ekkw.de

    Ich gebe zu, daß ich über diese Antwort ganz besonders enttäuscht bin.

    Zu 5:

    In der„Giessener Allgemeine Zeitung vom 31.3.74 wird Herr Roth als Linksradikaler diffamiert und im „Darmstädter Echo“ vom 13.1.1978 als „DKP-Lehrer“. Wie konnte es dazu kommen (siehe „Zu 2“)?

    Zu den Punkten 6-8 weiß ich nichts zu sagen. Ich weiß nur, daß alle bisherigen Antworten seitens der EKD, von Herrn Staatsminister a.D. Gottfried Milde und von Herrn Ministerpräsident Koch immer davon sprechen, es gebe keine Akten mehr. Auch ein Brief aus dem Hessischen Kultusministerium von Ministerin Dorothea Henzler vom 17. April schlägt in diese Kerbe:
    „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, die von Ihnen an Herrn Staatsminister Hahn gerichtete Eingabe im Fall Hans Roth hat nunmehr zuständigkeitshalber mein Haus erreicht.
    Grundsätzlich können Sie versichert sein, dass auch ich ein Interesse daran habe, den von Ihnen geschilderten Fall lückenlos nachvollziehen zu können. Leider ist mir dies jedoch nicht mehr möglich. Eine intensive Recherche in den Archiven des Hessischen Kultusministeriums hat ergeben, dass sich dort keinerlei Behördenakten mehr befinden, die über den Personalvorgang des Herrn Roth auch nur ansatzweise informieren könnten. Daher kann von hier auch keine fundierte Bewertung des Vorgangs – weder aus Ex-ante-Sicht noch aus Ex-post-Sicht – vorgenommen werden.
    Ich bedauere, Ihnen keine andere Mitteilung machen zu können.
    Mit freundlichen Grüßen
    (Dorothea Henzler, Staatsministerin)“

    Ich wünschte, ich könnte mich mit diesen Antworten zufrieden geben! Aber immer wieder fallen mir Sätze aus deutschen Klassikern ein, die ich hier aus dem Gedächtnis wiedergebe; sollten sich also kleine Fehler eingeschlichen haben, bitte ich vorsichtshalber an dieser Stelle um Verständnis:
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre nie so weit gekommen. Nicht an diesem traur’gen Ort geschehe jetzt die unglückselig’ traurige Begegnung.“ (Schiller, „Maria Stuart”)
    „Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt.“ (Schiller, „Don Carlos“)
    „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“ (Schiller, „Die Räuber“)
    Und diese Sätze verbinden sich mit anderen aus der Gegenwart:
    „Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, daß man nicht seinen Beruf ausüben darf, daß man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.“ (Alfred Grosser)
    „Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlass auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlass gefallen wäre.“ (Gerhart Baum)
    „Auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth, lädt ihn zum Sommerfest nach Berlin. Raus Mitarbeiter setzen sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung ein. Ergebnislos.“ (Report Mainz)
    „Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“ (Roland Koch)
    „Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, daß er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.“ (Gerhart Baum)
    „Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“ (Alfred Grosser)
    „Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“ (Report Mainz)
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage. Weh’ Dir, daß Du ein Enkel bist. Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage.“ (Goethe, „Faust“)
    „Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger, der dafür streitet, daß Demokratie in Deutschland erhalten bleibt und mit Leben gefüllt wird.“ (Hans Roth)
    „Genau das wird Hans Roth schon 1986 von der hessischen Landesregierung schriftlich bestätigt. Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an. Er nimmt das nicht hin, kämpft und kämpft…“ (Report Mainz)
    „Auch sein Bruder, ein CDU-Mitglied, schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
    „Er hat nicht geantwortet.“ (Hans Roth)
    Immer und immer wieder klingen diese Sätze in meinem Kopf, in meinem Herzen, in meiner Seele, und verbinden sich in dieser heiligen Dreifaltigkeit. Sie tanzen umeinander und lassen mich einfach nicht mehr los!
    Es ein gespenstischer Reigen, und wenn wir uns in einem dieser von mir heiß geliebten amerikanischen Spielfilme aus den 50er/60er Jahren befänden, in denen z.B. Betti Davis eine Frau spielt, die verrückt gemacht werden soll, oder in einem Film von Alfred Hitchcock, dann wäre jetzt jemand alleine in einem Zimmer, die Kamera drehte sich immer schneller um die Person herum, sie hielte sich die Ohren zu, aber immer lauter und immer schneller wiederholten verschiede Stimmen zunächst ohne, später dann mit sich stets verstärkendem Hall folgende sich immer weiter reduzierende Sätze:
    „Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann, daß man nicht seinen Beruf ausüben darf, daß man seine beruflichen Einnahmen überhaupt nicht mehr bekommt.“
    „Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlaß auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht. Er war gar keiner, der unter den Radikalenerlaß gefallen wäre.“
    „Auch der damalige Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth, lädt ihn zum Sommerfest nach Berlin. Raus Mitarbeiter setzen sich sogar für Roths Rehabilitierung bei der hessischen Landesregierung ein. Ergebnislos.“
    „Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
    „Die wichtigste Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren. Ihm zu sagen, daß er keinen Grund gegeben hat, ihn als Lehrer abzuweisen.“
    „Er hat keinen Pfennig bekommen von der deutschen, von der hessischen Regierung. An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“
    „Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort. Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage. Weh’ Dir, daß Du ein Enkel bist. Vom Rechte, das mit uns geboren ist, von dem ist leider nie die Frage.“
    „Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger, der dafür streitet, daß Demokratie in Deutschland erhalten bleibt und mit Leben gefüllt wird.“
    „Genau das wird Hans Roth schon 1986 von der hessischen Landesregierung schriftlich bestätigt. Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an. Er nimmt das nicht hin, kämpft und kämpft…“
    „Auch sein Bruder, ein CDU-Mitglied, schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
    „Er hat nicht geantwortet.“
    „in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
    „Es ist erschütternd“
    „skandalös“
    „neugierig auf den citoyen“
    „Heinrich Böll“
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre nie so weit gekommen. Nicht an diesem traur’gen Ort geschehe jetzt die unglückselig’ traurige Begegnung.“
    „Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt“
    „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
    „Ich hätte nie gedacht, daß ein Berufsverbot ein Leben lang dauern kann“
    „Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses. Aber er ist es, so sehr ich den Radikalenerlaß auch bekämpft habe, er ist es auch noch zu Unrecht.“
    „Bundespräsident Johannes Rau solidarisiert sich mit Hans Roth. Ergebnislos.“
    „Ich glaube nicht, daß es ein ganz so spannender Fall ist. Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
    „Pflicht des Landes Hessen wäre, ihn moralisch zu rehabilitieren.“
    „An sich stünde ihm enorme Entschädigung zu!“
    „Das Land Hessen muß sich beeilen, wenn es seine Fehler noch zu Lebzeiten von Hans Roth wiedergutmachen will. Er ist krank, sehr krank…“
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte wie eine ew’ge Krankheit fort.“
    „Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger.“
    „Er sei ‚kein Extremist’. Doch sein Berufsverbot dauert weiter an.“
    „Auch sein Bruder schreibt wiederholt an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Hans Roth selbst tut es seit 2003 – jährlich.“
    „Er hat nicht geantwortet.“
    „in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
    „Es ist erschütternd.“
    „skandalös“
    „neugierig auf den citoyen“
    „Heinrich Böll“
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt, als ich so dringend Euer Auge suchte; es wäre niemals so weit gekommen.“
    „Sie müssen. Daß Sie können, was Sie zu müssen eingesehen, hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt.“
    „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
    „ein Berufsverbot ein Leben lang dauern“
    „Herr Roth ist ein Opfer des damaligen Radikalenerlasses zu Unrecht.“
    „Bundespräsident solidarisiert sich … Ergebnislos.“
    „Ich jedenfalls kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
    „moralisch …rehabilitieren“
    „enorme Entschädigung“
    „Das Land Hessen muß sich beeilen… krank, sehr krank…“
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte…“
    „Ich möchte mich bezeichnen als einen ausgesprochenen Verfassungsbürger.“
    „Doch sein Berufsverbot dauert weiter an.“
    „seit 2003 – jährlich.“
    „Er hat nicht geantwortet.“
    „in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
    „erschütternd“
    „skandalös“
    „neugierig auf den citoyen“
    „Heinrich Böll“
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
    „Daß Sie können …hat mich mit schauriger Bewunderung erfüllt“
    „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, als ich an Menschheit appellierte.“
    „Berufsverbot ein Leben lang“
    „Opfer zu Unrecht“
    „Bundespräsident ergebnislos.“
    „Ich kenne den Vorgang im Augenblick nicht. Punkt.“
    „moralisch rehabilitieren“
    „enorme Entschädigung“
    „Hessen muß sich beeilen… krank, sehr krank…“
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte“
    „ausgesprochenen Verfassungsbürger“
    „Berufsverbot dauert weiter an.“
    „seit 2003 jährlich“
    „nicht geantwortet“
    „in kümmerlichen Lebensverhältnissen“
    „erschütternd“
    „skandalös“
    „neugierig auf den citoyen“
    „Heinrich Böll“
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
    „mit schauriger Bewunderung erfüllt“
    „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen“
    „ein Leben lang“
    „zu Unrecht“
    „ergebnislos“
    „Punkt.“
    „moralisch“
    „Entschädigung“
    „krank, sehr krank…“
    „Das schleppt sich von Geschlechte zu Geschlechte“
    „Verfassungsbürger“
    „Berufsverbot“
    „jährlich“
    „nicht geantwortet“
    „kümmerlich“
    „erschütternd“
    „skandalös“
    „citoyen“
    „Heinrich Böll“
    „Ach, daß Ihr damals mir Gehör geschenkt…es wäre nie so weit gekommen.“
    „schaurige Bewunderung“
    „Menschen haben Menschheit verborgen“
    „ein Leben lang“ – „Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „zu Unrecht“ – „Punkt.“ – „krank, sehr krank…“ – „moralisch“ – „Entschädigung“ – „Berufsverbot“ – „jährlich“ – „ein Leben lang“ – „von Geschlechte zu Geschlechte…“ – „ein Leben lang“ – „nicht geantwortet“ – „kümmerlich“ – „ein Leben lang« – „erschütternd“ – „skandalös“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „Menschen haben Menschheit verborgen“ – „Leben lang“ –„Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank“ – „moralisch“ – „Entschädigung“ – „Berufsverbot“ – „ein Leben lang“ – „nicht geantwortet“ – „von Geschlechte zu Geschlechte“ – „nicht geantwortet“ – “kümmerlich” – „ein Leben lang“ – „erschütternd“ – „skandalös“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „Menschheit verborgen“ – „Verfassungsbürger“ – „ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“ – „Berufsverbot“ – „ein Leben lang“ – „von Geschlechte zu Geschlechte…“ – „nicht geantwortet“ – „kümmerlich“ – „ein Leben lang“ – „erschütternd“ – „Punkt.“ – „skandalös“ – „citoyen“ – „Heinrich Böll“ – „schaurige Bewunderung“ – „es wäre nie so weit gekommen“ – „ein Leben lang“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“
    „ergebnislos“ – „Unrecht“ – „Punkt.“ – „sehr krank…“ – „ein Leben lang“ – „citoyen“ – „ein Leben lang“ – „Unrecht“ – „Punkt.“
    Und an dieser Stelle stürzt die Person, die taumelnd versuchte, irgendwo Halt zu finden, zu Boden.

    Aber wir sind ja nicht in einem Hitchcock-Film, und hier soll niemand verrückt gemacht werden, im Zweifel, um an seine Erbschaft zu kommen.
    Auch sind wir hier nicht in einem klassischen Drama, wo jemand am Ende geköpft wird („Jetzt zeigt Ihr Euer wahres Gesicht; bis jetzt war’s nur die Larve“) oder „in die böhmischen Wälder“ geht, um „Feuerbrände über Eure bigotte Stadt“ zu werfen. Und ich erwarte nicht, daß „die Waagschale des Lebens sinkend … hochsteigen in jener (wird), in jener steigend wird in dieser zu Boden fallen“.
    Ich kenne mich in der Politik und im Recht nicht aus und weiß nicht, was meine Petition zu bewirken in der Lage ist.
    Aber daß das Recht zum Unrecht wird, wenn es „über Leichen geht“, daß sich das Recht seiner vornehmsten Eigenschaft beraubt, wenn es gnadenlos ist, das habe ich stets verstanden. „Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit und säen Tod“, sagt Marquis Posa, der durch seine Unbestechlichkeit die Freiheit dazu von Philipp erhält („Wer mich nicht braucht, wird Wahrheit für mich haben“).
    Ich kenne den „Fall“ Roth erst seit dem Beitrag von Ulrich Neumann, der am 1. Dezember vorigen Jahres ausgestrahlt wurde, und ich sinke vor Demut in die Knie vor Menschen wie Herrn Roth, der ihn schon so lange erträgt, ohne zu verbittern, sondern von „Vermittlung, Befriedung, Versöhnung“ spricht.
    Ich verstehe einfach nicht, wie der status quo, der so viele Menschenleben vergiftet hat (Erlittenes Unrecht und auch solches, das man nur erleiden sieht, ist ein schleichendes Gift), aufrechterhalten werden kann in einem Staat wie der Bundesrepublik Deutschland, dessen Grundgesetz mit Sicherheit zu den schönsten Büchern der ganzen Menschheit gehört.
    Es darf doch einfach nicht wahr sein, daß weiterhin Menschen von Rang und Namen den Eindruck haben, daß Unrecht in unserem Staat fortbestehen kann, obwohl führende Vertreter davon Kenntnis haben.
    Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schrieb mir am 11. Februar 2009: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, vielen Dank für Ihr ausführliches Schreiben und Ihr Engagement für Herrn Roth.
    Ich habe die Berichterstattung zu diesem Fall auch gesehen. Es ist erschütternd. Herr Roth hätte wohl nie unter den Radikalerlass fallen dürfen. Ihm wurde sogar von offizieller Seite aus, von Gerichten und Regierungspräsidium, die Verfassungstreue bescheinigt. Ein Berufsverbot hätte, wenn überhaupt, nur ausgesprochen werden dürfen, wenn es stichhaltige Beweise gäbe, die Herrn Roth als politischen Extremisten entlarvt hätten. Diese gab es jedoch nie.
    Somit entbehrt das Berufsverbot meiner Auffassung nach den rechtlichen Grundlagen.
    Bitte wenden Sie sich doch an den FDP-Landesvorsitzenden in Hessen Herrn Jörg-Uwe Hahn, er ist zugleich auch der hessische Justizminister. Seine Email-Adresse lautet: j.hahn@ltg.hessen.de
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger“

    Nun habe ich mich auch an den Hessischen Justizminister gewandt und bekam nur die Antwort aus dem Hessischen Kulturministerium (siehe oben).
    Und zu den Antworten fallen mir wieder Schiller-Worte ein: „…nicht anders, wie wenn man der Großen ab bittersten spottet, wenn man ihnen schmeichelt, daß sie die Schmeichler hassen“ (aus „Don Carlos“ oder „Die Räuber“)
    Nur, daß es hier nicht um Schmeicheleien geht, sondern um Rechtsfindung, um Recht und Gesetz, um Rechtsstaatlichkeit, um unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, um Artikel 1, 3 und 33 unseres Grundgesetzes. Hier hieße es also:
    Nicht anders, wie wenn man einem Menschen, der seit 40 Jahren auch vor Gericht um Recht und Gesetz streitet, am bittersten spottet, wenn man fragt, warum er sich nicht früher um eine Rehabilitation bemüht habe.
    Herr Roth ist krank. In der Hoffnung, daß ihm nach so langer Zeit und so vielen Bemühungen doch noch Recht zuteil wird, verbleibe ich
    mit hoffnungsvollen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

    PS: Vielen Dank für die mir zugeschickten Links und aufmunternden Worte, die ich hiermit weitergeben will:

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1736632&em_loc=1231

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,621685,00.html

  • 35. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 2.05.09 at 13:17

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Die neuesten Antworten des Staatsministers a.D. Herrn Gottfried Milde, der EKD, dem Hessischen Justiz- und dem Hessischen Kultusministerium finden Sie unter

    http://www.koenigsteiner-dialog.net/viewtopic.php?f=144&t=1708&sid=e1ede8a85227d4998afc0d0cdbb51315&start=32

    http://www.vordertaunus.net/viewtopic.php?f=78&t=93&sid=bb43b3b7c1a3483cebcb42aa1575ca10&start=20

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/483/von-einem-der-auszog-lehrer-zu-werden
    (Kommentar 27)

    Mit dankbaren und hoffnungsfrohen Grüßen

    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

  • 36. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 16.05.09 at 12:00

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    In seinem „Politischen Testament“ schreibt Herr Roth u.a.: „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte, …“

    Hiermit möchte ich Ihnen einen Emailwechsel mit Pfarrer Dr. Frank Hofmann zur Kenntnis bringen, an den mein PDF „An die Evangelische Kirche“ „zuständigkeitshalber“ weitergeleitet wurde.

    Ich hatte alle möglichen Kontaktadressen der Evangelischen Kirche angeschrieben, und bekam zunächst diese Antwort:

    Sehr geehrter Frau Thelen-Khoder,

    vielen Dank für Ihr Schreiben vom 11. April. Nachdem ich Ihre ausführliche Darstellung des Schicksals von Hans Roth gelesen habe, war mir deutlich, dass hier zunächst der Kontakt zur Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck hergestellt werden muss. Sie ist die Bezugskirche, auf deren Gebiet sich dieses Drama ereignet hat. An ihr vorbei kann die EKD sich in dieser Sache nicht einbringen. Deshalb habe ich mir erlaubt, die von Ihnen an Bischof Huber adressierten Unterlagen an die Kirche in Kurhessen Waldeck weiterzuleiten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Uta Andrée
    Persönliche Referentin
    von Bischof Dr. Wolfgang Huber
    im Kirchenamt der EKD
    Herrenhäuser Str. 12
    D-30419 Hannover
    Telefon: 0049 511 2796 104
    Fax: 0049 511 2796 755
    http://www.ekd.de

    Danach erhielt ich folgende Email:

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Frank Hofmann
    Gesendet: Dienstag, 28. April 2009 14:40
    An: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Betreff: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,

    Sie haben sich an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland gewandt und um „Hilfe für Ihren Religionslehrer Hans Roth“ gebeten. Die EKD hat Ihre Anfrage an uns weitergeleitet, da der Religionsunterricht nicht in die Zuständigkeit der EKD, sondern die der einzelnen Landeskirchen fällt.

    Wir haben in unserem Hause prüfen lassen, ob Hans Roth „unser Religionslehrer“ gewesen ist. Zunächst einmal wird der Religionsunterricht – wie jedes andere Unterrichtsfach auch – durch staatliche Lehrkräfte erteilt, allerdings in diesem Fall mit Zustimmung der zuständigen Kirche. Soweit wir ermitteln konnten, hat Herr Roth niemals die Erlaubnis zur Erteilung evangelischen Religionsunterrichts bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beantragt, ist also nicht „unser Religionslehrer“ gewesen. Ob er bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die den südlichen Teil des Bundeslandes Hessen umfasst, eine Lehrerlaubnis beantragt hat, kann unsererseits nicht festgestellt werden.

    Insofern ist für uns der in Ihrem Dossier wiedergegebene Satz „Ich klage an eine Kirchenleitung, die ihren Religionslehrer nie verteidigte …“ im Blick auf die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nicht nachvollziehbar. Daher sehen wir uns auch nicht in der Lage, Ihre Petition zu unterstützen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen
    im Auftrag
    i.A. Frank Hofmann

    ***************************************************
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    Fax 0561/9378-460

    Wieder einmal konnte ich mich nicht abfinden, und so versuchte ich es erneut:

    Von: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Gesendet: Samstag, 2. Mai 2009 17:24
    An: Hofmann, Dr. Frank
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth

    Sehr geeehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
    Selten war ich so enttäuscht wie beim Erhalt Ihres Schreibens!
    Warum können Sie sich nicht an der Petition beteiligen? Ich verstehe das einfach nicht! Vielleicht nicht als EKD, aber vielleicht können Sie den Sachverhalt an Ihre Mitglieder weitergeben, und dann kann jeder selbst entscheiden, wie er sich verhalten will? Wäre das eine Möglichkeit?
    Bitte verübeln Sie mir nicht, daß ich mich noch einmal an Sie wende!
    In der Hoffnung, daß Sie mich einer Erwiderung für wert befinden, verbleibe ich
    mit freundlichen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

    Aber auch auf meine zweite Bitte kam eine für mich enttäuschende Antwort:

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Frank Hofmann
    Gesendet: Montag, 4. Mai 2009 11:57
    An: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,

    im Landeskirchenamt gehen vielfach Anfragen und Bitten ein, die darauf abzielen, dass „die Kirche“ sich für bestimmte Anliegen, Personen oder Initiativen einsetzt. Sie werden verstehen, dass es nicht möglich ist, auf alle diese Anfragen einzugehen.

    Allerdings wird jede dieser Anfragen sorgfältig geprüft – so auch die Ihre. Das Ergebnis dieser Prüfung habe ich Ihnen mitgeteilt. Dass Sie von dieser Entscheidung enttäuscht sind, kann ich angesichts Ihres Engagements nachvollziehen. Dennoch kann ich Sie nur erneut im Ihr Verständnis dafür bitten, dass eine Angelegenheit, die in keinem erkennbaren Zusammenhang mit unserer Landeskirche steht, von uns nicht in der von Ihnen erwarteten Weise unterstützt werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Hofmann

    ***************************************************
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    Fax 0561/9378-460

    Und weil ich fast alles immer mindestens dreimal versuche, ist dies mein zunächst letzter Versuch, Herr Pfarrer Dr. Frank Hoffmann zu erreichen:

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Nadja Thelen-Khoder
    Gesendet: Dienstag, 12. Mai 2009 21:41
    An: Frank Hofmann
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth

    Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
    Zugegeben: Die Erwartungen an “die Kirche” sind bestimmt höher als diejenigen anderen Institutionen gegenüber, und ich kann gut verstehen, daß Sie nicht allen Anliegen nachgehen können.
    Auch zugegeben, daß bestimmt jeder Einzelne davon überzeugt ist, daß ausgerechnet sein Anliegen ganz besondere Priorität genießen müsse.
    Aber was ich wirklich einfach nicht verstehe:
    Sie schreiben: “Dennoch kann ich Sie nur erneut im Ihr Verständnis dafür bitten, dass eine Angelegenheit, die in keinem erkennbaren Zusammenhang mit unserer Landeskirche steht, von uns nicht in der von Ihnen erwarteten Weise unterstützt werden kann.”
    Ich bin wirklich und wahrhaftig zutiefst überzeugt, daß diese Angelegenheit in einem klar erkennbaren Zusammenhang mit unserer Republik, mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und damit mit jedem einzelnen ihrer Bürger steht! Ist es nicht das Allerwichtigste in einer Demokratie wie der unsrigen, daß die Grundrechte gewahrt sind und daß der Staat sich an seine Gesetze hält? Und ist es nicht der Inbegriff christlicher Denkweise, dem Schwachen zu helfen, wenn ihm Leid geschieht? Und gibt es größeres Leid, als zu erleben, daß ein Rechtsstaat wie der unsrige sich nicht an Recht und Gesetz hält?
    Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann!
    Bitte nehmen Sie mich ernst, denn meine Worte sind wirklich keine rhetorischen Floskeln, keine Phrasen, keine pathetischen Formulierungen, die um ihrwer selbst willen an Sie herangetragen werden, um irgendetwas oder gar irgendjemanden zu glorifizieren! Sie werden geboren aus blanker Not! Ich kann den “Menschen- und Sachverhalt” von Herrn Roth einfach nicht verstehen und bitte Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele noch einmal um Ihr Verständnis und um Ihre Hilfe!
    Glauben Sie mir: Ich meine das Alles tod- und lebenernst! Bitte helfen Sie Herrn Roth, auf daß sein Wort von den “Verheißungen des Rechtsstaates” denjenigen von den Verheißungen der Evangelischen Kirche vis-à-vis falle!
    Bitte entschuldigen Sie, daß ich mich noch ein drittes Mal derart dringend und persönlich an Sie wende! Ich wiederhole mich, wenn ich erneut zugebe: Die Erwartungen an “die Kirche” sind bestimmt höher als diejenigen anderen Institutionen gegenüber! Aber das sollten Sie auch als Kompliment verstehen!
    Voller Hoffnung verbleibe ich
    hochachtungsvoll
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

    Eine mögliche Antwort von Pfarrer Dr. Frank Hofmann steht noch aus. Ich hoffe so sehr auf eine Änderung seiner Haltung!

    Anlagen:

    PDF „An die Evangelische Kirche
    PDF „Wenn ich 64 bin
    PDF „Wahrlich, ich sage Euch

  • 37. Nadja Thelen-Khoder  |  Mo, 25.05.09 at 1:49

    Am 19. März habe ich eine Petition sowohl beim Petitionsausschuß des Hessischen Landtages (Petition Nr. 00263/18) als auch bei demjenigen des Deutschen Bundestages (Pet 1-16-06-12-051240) eingereicht und habe einige Anlagen beigefügt, von denen die meisten hierfür jeden jederzeit verfügbar sind. So auch die „Dokumentation zu Hans Roth“, die Alfred Grosser in der „Report Mainz“-Sendung vom 1.12.2008 in den Händen hält. In dieser Dokumentation steht auf S. 3 und 4:

    >25.3.1981: Hans Roth erfährt in dem komplizierten Verfahren, das er von Frankreich aus weiterverfolgt, daß das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz die über ihn „angelegte Erkenntnisakte … vernichtet“ habe; „Verfassungsschutz steckte Dossier freiwillig in den Reißwolf“, überschreibt die Tagespresse diesen Vorgang (FR 13.5.1981, S.1).
    12.1.1982: Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes: dem Sinne nach (das Urteil haben alle, die es lasen, als Kauderwelsch empfunden) steht darin, daß die geheime Vernichtung der „Erkenntnisakte“ als öffentlicher Vorgang anzusehen sei (wegen der öffentlichen Vernichtungsurkunde); damit sei politisch alles in Ordnung und juristisch die Substanz raus.
    2.4.1982: Hans Roth richtet sich dagegen mit einer erneuten Verfassungsbeschwerde: der Anwalt argumentiert im wesentlichen mit Nichtwissen (die mitgeteilte Vernichtung könne man glauben, aber auch nicht glauben); der Kläger fragt im wesentlichen, ob er richtig verstanden habe, daß eine geheime Vernichtung ein öffentlicher Vorgang sei, geheim also gleich öffentlich (abgedruckt in. Hannover/ Wallraff, Die unheimliche Republik).
    18.11.1982: erste und letzte Kosten-Entscheidung, 100%ig zugunsten des Klägers; da der Hessische Innenminister keine Berufung einlegt, wird die Entscheidung auch rechtskräftig (vermutlich die erste rechtskräftige 100%-Niederlage für einen Geheimdienst in der deutschen Rechtsgeschichte.
    13.6.1985: End-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (…): Im krassen Unterschied zum positiven Versprechen der ersten Karlsruher Entscheidung wird erneut ‚nicht angenommen’, wegen ‚Unzulänglichkeit’ und ‚fehlender Aussicht auf Erfolg’; die nachfolgenden Gründe sind für niemanden verstehbar, nicht nur für Laien nicht. [vergleiche dazu auch Prof. Dr. Ulrich Klug auf S. 32 der Dokumentation in einem Brief an Herrn Roth vom 11.7.1985; Anmerkung von mir] Vermutlich haben die drei SPD-Verfassungsrichter sagen wollen, geheim sei in der Tat öffentlich; faktisch haben sie gegen Montesquieus Freiheits-Konzept (und damit das des Grundgesetzes) entschieden, das in der 1. Instanz („Zur Menschenwürde gehört die Freiheit von Furcht“) noch bürgerfreundlich aufgeleuchtet hatte.“falsche Aktenmensch<. Radikalen-Erlaß-Opfer Hans-Werner Roth“, den ich Ihnen hiermit ebenfalls zur Verfügung stellen möchte in der Hoffnung, daß er zur Wahrheitsfindung beitrage.

    Wenn man den Artikel an dieser Stelle verlinken könnte, wäre ich Ihnen sehr dankbar!

    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

  • 38. Nadja Thelen-Khoder  |  Mo, 1.06.09 at 20:22

    Herr Pfarrer Dr. Frank Hofmann hat mir noch einmal eine Email geschickt:
    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Hofmann, Dr. Frank
    Gesendet: Montag, 25. Mai 2009 10:59
    An: stephan.krebs@ekhn-kv.de
    Cc: NadjaThelen-Khoder@web.de; Andrée, Uta
    Betreff: WG: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrter Herr Krebs,

    über das Büro des EKD-Ratsvorsitzenden landete die Anfrage von Frau Thelen-Koder zu einer “Petition für Hans Roth” im Landeskirchenamt in Kassel. Es geht um einen von einem Berufsverbot betroffenen Lehrer, der u.a. das Fach Evangelische Religion studiert hatte und “eine Kirchenleitung [anklagt], die ihren Religionslehrer nie verteidigte”. Den ganzen Vorgang finden Sie untenstehend bzw. in den Anlagen, so dass ich auf eine weitere Darstellung verzichte.

    Eine Überprüfung im Bildungsdezernat unseres Hauses hat ergeben, dass Herr Roth bei uns nicht bekannt ist, insbesondere nicht “unser Religionslehrer” gewesen ist, auch nicht im Bereich unserer Kirche wohnt. Daher sehen wir uns nicht in der Lage, in dieser Angelegenheit tätig zu werden.

    Nachdem Frau Thelen-Koder sich nun zum dritten Mal an uns gewandt hat, leite ich Ihnen den Vorgang mit der freundlichen Bitte an Sie weiter, doch einmal zu prüfen, ob die EKHN Frau Thelen-Koder zu dieser Angelegenheit weitere Auskünfte geben kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Hofmann

    ***************************************************
    Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
    Pfarrer Dr. Frank Hofmann
    Persönlicher Referent des Bischofs
    Wilhelmshöher Allee 330
    34131 Kassel
    Tel. 0561/9378-307
    Fax 0561/9378-460

    Und weil ich nicht wußte, wer Herr Krebs ist, fragte ich ihn und erhielt folgende Antwort:

    —–Ursprüngliche Nachricht—–
    Von: Krebs, Stephan
    Gesendet: Mittwoch, 27. Mai 2009 15:11
    An: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
    danke für die Informationen über das Schicksal von Hans Roth.

    Ich bin hier “nur” der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan Krebs
    Pressesprecher
    EVANGELISCHE KIRCHE
    IN HESSEN UND NASSAU
    Kirchenverwaltung
    Telefon: 06151 – 405 0 (Zentrale)
    Telefon: 06151 – 405 504 (Durchwahl)
    Mobil: 0173 – 328 68 36
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    Lieferanschrift
    Paulusplatz 1
    64285 Darmstadt

    Frohe Pfingsten!

    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

  • 39. Nadja Thelen-Khoder  |  Sa, 27.06.09 at 17:12

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Für mich besteht die Welt aus einzelnen Menschen, aus Individuen. Sie mögen das für eine Banalität halten, aber gestatten Sie mir, kurz zu erläutern, was ich damit sagen will.
    Natürlich haben alle Menschen eine Vorgeschichte. Aber wenn ich etwas erreichen, wenn ich die Welt verbessern will, dann geht es darum, den einzelnen Menschen aus seinen Zwängen zu befreien, die durch Institutionen, Erfahrungen o.ä. an ihm kleben; er soll ohne Gesichtsverlust die Möglichkeit haben, sich neu zu entscheiden, was er HIER UND JETZT TUN WILL .
    So verstehe ich auch die christliche Lehre; es gibt keine Erbsünde mehr! Und so wende ich mich an alle Menschen, die ich erreichen kann, und hoffe bei jedem einzelnen Anschreiben, irgendwo irgendwie irgendwann irgendwen zu irgendetwas Gutem, Hilfreichem veranlassen zu können.
    Frau Dr. Andrèe, die persönliche Referentin von Herrn Bischof Dr. Huber schrieb mir, ich möge ihr die Adresse von Herrn Roth geben, damit sie „mit ihm einige Details des Sachverhaltes persönlich klären“ könne.
    Und Herr Krebs von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau schrieb zunächst: „… Ich bin hier ‚nur’ der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun. …“
    Am 31. Mai sprach ich ihn erneut an:
    „Sehr geehrter Herr Krebs! Um Himmels Willen! Wie vieler verschiedener Stellen bedarf es denn, um zu dem Schluß zu kommen, daß das “Schicksal von Hans Roth” nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann? Reichen denn nicht die Veröffentlichungen, die Sie unter http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/ finden? Reicht nicht schon die “Report Mainz”-Sendung vom 1.12.2008, die Sie unter http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=4124472/pv=video/gp1=4248512/nid=233454/1nob9as/index.html jederzeit noch einmal ansehen können?
    Verzeihen Sie mir: Ich bedanke mich natürlich dafür, daß Sie meine Fragen und Bitten nicht einfach in den Abfallkorb gelegt haben – aber hin und wieder denke ich, daß ich mich in einem Alptraum befinde und bald wach werde und alle sagen: ‚Das war ja nur ein Scherz! Selbstverständlich soll Herrn Roth jetzt Wiedergutmachung widerfahren!’
    Bitte setzen Sie sich für den nun 65jährigen kranken Herrn Roth ein! Ich bitte Sie von ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Seele darum! Bitte sehen Sie sich doch persönlich auch noch einmal die angehängten Dateien an, ja? Dann können Sie mich doch sicher verstehen, oder?
    Mit allerfreundlichsten Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de
    Und er antwortete mir am 2.6.2009: „Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, Ihre erste Mail hatte ich als Anfrage nach Belegen aus der damaligen Zeit verstanden. Das war möglicherweise ein Mißverständnis.
    Gewicht hat die Stimme unserer Kirche insbesondere dann, wenn sie wirklich etwas neues auf den Tisch zu legen hat. Insofern ist eine Recherche nicht sinnlos.
    mit freundlichen Grüßen
    Stephan Krebs“
    Herr Roth sagt mir, ich solle aufhören, an dieser Sache zu arbeiten; es habe überhaupt keinen Zweck. Aber das kann ich nicht, weil es nicht nur um „seine“ Sache geht. Es geht um unsere Republik, um unser Recht und Gesetz, um meine ganz persönliche Republik und um mein Urvertrauen in unsere Institutionen und Autoritäten. Ich bin nur ein ganz kleines Lichtlein, ein ganz kleines „Schüler-Menschlein“ (Hans Roth) und muß nicht fürchten, mich lächerlich zu machen. Es bleibt mir eine Freude und Ehre, mich für unseren Staat in dieser Form einsetzen zu dürfen!
    Vor einigen Wochen rief der damalige Innenminister Hessens Gerhard Bökel bei mir an und meinte zunächst, es sei völlig sinnlos, was ich machte, und alle meine Emails verschwänden sowieso in allen möglichen Papierkörben; es täte ihm weh zu sehen, daß jemand wie ich so viel kostbare Zeit verschwende. Worum es mir denn eigentlich ginge? Nach einer Dreiviertelstunde intensiven Gespräches sicherte er mir zu, er werde sich mit Mürvet Öztürk, der Referentin von Bündnis 90/ Die Grünen für Petitionen im Hessischen Landtag, persönlich ins Benehmen setzen.
    Es mag sein, daß ich für Herrn Roth wenig erreichen kann; ich kenne mich in Politik, Recht und Gesetz wenig aus. Aber wenn „keiner mehr meine Emails liest“, wie Herr Bökel mich so lieb vor einer Enttäuschung warnte: Warum hat er mich dann angerufen? Warum schreibt mir die ehemalige Bundesjustizministerin Frau Leutheusser-Schnarrenberger am 13. Mai: „ Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder, leider sehe ich, von meiner Seite aus, keine Hilfsmöglichkeiten mehr. Ich bitte hierfür um Verständnis und wünsche Ihnen für Ihren weiteren Kampf für Herrn Roth alles Gute.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger“
    Auch hier fallen mir einzelne Sätze aus „Die Räuber“ von Friedrich Schiller und „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing ein (wieder aus dem Gedächtnis): Als Moor nachts nach dem Pater schickt, fragt der ihn: „Wenn Eure Überzeugung so fest ist: Warum ließet Ihr mich rufen? Saget mir doch: Warum ließet Ihr mich in der Mitternacht rufen?“
    Und Nathan sagt zum Tempelherrn: „Wenn ich doch in Euch nur einen mehr gefunden hätte, dem es genügt, ein Mensch zu heißen.“
    Es gibt sehr lange Durststrecken im Leben, und das weiß sicher niemand besser als Herr Roth. Wie viel mag es ihm bedeuten, wenn Gerhard Bökel sich mit Frau Öztürk treffen will und wenn Frau Leutheusser-Schnarrenberger mir „alles Gute“ bei „(meinem) weiteren Kampf für Herrn Roth“ wünscht? Mir bedeutet es jedenfalls eine ganze Welt und verpflichtet mich!
    Ich appelliere sowohl an das Gute in jedem einzelnen Menschen als auch an Recht und Gesetz unserer Republik, und ich bete zu Gott, daß er Hans Roth und uns allen die Kraft und Geduld schenken möge, die wir alle offensichtlich so sehr brauchen!
    Entschuldigen Sie, daß ich mich erneut mit einer so langen Nachricht an Sie wende. Haben Sie bitte Verständnis dafür, daß ich nicht anders handeln kann, weil ich den „Fall“ Roth auch als den Ihrigen und als meinen eigenen, als einen der Evangelischen Kirche und des Militärs und der Hessischen Schulbehörden, eben als einen unserer ganzen Republik und aller ihrer Bürger empfinde!
    Denn „Was immer Ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“, sagt Jesus Christus (Matth 25, 45), und mein Staat verpflichtet mich durch sein Grundgesetz und seine Nationalhymne („Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, /danach laßt uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand. / Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand! / Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!“)
    Und dieses Vaterland besteht eben aus einzelnen Menschen, aus Individuen, und es kommt darauf an, was jeder Einzelne von uns tut oder unterläßt. Denn daß Recht und Gesetz auf dem Papier stehen, ist eine historische Errungenschaft, und dieses Recht und Gesetz mit Leben zu füllen, ist unsere Aufgabe und unser Glück. Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt?
    Bitte beteiligen Sie sich an meiner Petition für Herrn Hans Roth, die für jeden jederzeit unter dem Link http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/petition-fuer-hans-roth/ bzw.
    http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/petition_fuer_hans_roth.pdf
    verfügbar ist.
    Mit vorzüglicher Hochachtung und voller Glauben, Liebe und Hoffnung verbleibe ich
    mit den freundlichsten Grüßen
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

  • 40. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 5.07.09 at 15:44

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Hans Roth hat mich gebeten, folgende Erklärung möglichst weit zu verbreiten. Das will ich hiermit tun und bitte Sie ebenfalls darum, auf daß der kleine David mit dem großen Goliath sprechen kann. Denn: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Beginn des Johannes-Evangeliums) Um diese Kommunikation nach Kräften zu fördern, habe ich diese Erklärung auch als PDF formatiert; wenn man es an dieser Stelle verlinken könnte, wäre ich Ihnen sehr verbunden!
    Möge es helfen!
    Mit dankbaren und freundlichen Grüßen verbleibe ich
    hoffnungsvoll
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder
    NadjaThelen-Khoder@web.de

    Hans Roth

    Erklärung in Richtung Kirche, zugleich neues Testament

    Ich war zu sanft, zu diplomatisch. Ich hätte gleich sagen sollen: meine Kirche hat mich fürchterlich angegriffen, statt. Sie hat mich nicht verteidigt. Ich wollte ihr eine Chance geben, „das Licht der Welt“ zu erblicken (so nennt sie ja Jesus von Nazareth).
    Meine Kirche hat mich auf die furchtbarste Weise angegriffen, die es für einen staatlich geprüften „Extremisten“ auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges geben konnte: sie hat dem staatlichen Verhör ein kirchliches folgen lassen; das war an meinem letzten Arbeitsplatz in Deutschland, in der Jugendfreizeitstätte in Limburg/ Lahn im Sommer 1978. Damals schnüffelte ein von seiner Hierarchie abkommandierter oberarmseliger Oberkirchenrat (der Name tut nichts zur Sache) in einem religiösen Gesinnungsverhör, das dem staatlichen glich wie ein Ei dem anderen, die Grundlagen meiner religiösen Identität aus, mit verheerenden Folgen für meine letzte Arbeit; sogar mein damaliger Dienstvorgesetzter, ein Richter und CDU-Mitglied, war entsetzt.
    Ich weiß nicht, von wie vielen Sandkörner an man von einem „Haufen“ sprechen kann. Für mich gab es vom ersten Sandkorn des geheimen Verhörs mit dem Verbot, den erlernten Beruf auszuüben, über die klickende Kette von Ausstoßungen aller Art (die R. Girard in seiner kritischen Apologie des Christentums „Ich sah Satan vom Himmel fallen wie ein Blitz“ beschreibt) bis hin zum letzten Sandkorn des kirchlichen Verhörs , in dem ich die Kirche als Halleluja-Wagen am Staats-Zug erlebte, einen so großen Haufen von fanatischem Antikommunismus, das ich wußte: du mußt dieses Land, in dem es keine ethisch verpflichtenden Bindungen an Werte und Menschen mehr gab, verlassen. Es war meine Kirche, die mir den letzten deutlichen Hinweis auf eine Gesellschaft ohne Ligatur gab, die mich ins Exil nach Frankreich trieb. – Es ist vielleicht nicht überflüssig zu sagen, daß ich in den sich als demokratisch gebärdenden „Komitees gegen Berufsverbote“, die Berufsverbote im Osten gut fanden, nie heimisch werden konnte; dafür waren mir die Freunde in der DDR, die verboten waren, und die Freunde der „Charta 77“ in der CSSR, die im Gefängnis saßen, zu wichtig.
    Der Sach- und Menschenverhalt meines kirchlichen Verhörs ist aber noch ernster, als es bisher scheint. Dazu zwei Bemerkungen, eine systematische und eine historische.
    Jedes Verhör, ob ein staatliches oder ein kirchliches, ist eine Vergewaltigung der Seele; als einer, der beides erlebt hat, kann ich in beiden Angriffen auf Gewissens-, Scham- und Intim-Sphären keinen Unterschied erkennen. Wörterbücher nennen solche „wissentlichen“ Anfriffe „obszön“. – Als ich, mein erzdemokratisches Recht auf Umkehrbarkeit in Anspruch nehmend, meinen armen Oberkirchenrat fragte, wie denn s e i n „Gottesbegriff“ aussähe, da war ihm diese Frage sehr peinlich, so peinlich, daß nur noch aus ihm herausplatschte: „Ich bin es, der hier Fragen stellt.“
    Dahinter steckt System. Ein System, das im Hochmittelalter als Embryo einer langen Tradition von Verhören, Verfolgen, Verbieten in die Welt gesetzt worden ist. In diesem System von Grausamkeit, das einst die römische Kirche schuf und dem zunächst die Katharer als „haeretici perfecti“ zum Opfer fielen (später dann „Juden“ und „Hexen“ und andere „Feinde“), spielt der staatlich geprüfte „Extremist“ des 20. Jahrhunderts dieselbe Rolle wie der kirchlich geprüfte „Häretiker“, „Ketzer“ des 13. Jahrhunderts; beide sind austauschbar. „Man muß immer wieder vergleichen; Vergleichen ist die wichtigste Tätigkeit der Seele“, heißt es bei Montesquieu; in diesem Sinne vergleiche man ruhig die Verhörprotokolle von „Extremisten“ und „Dissidenten“ des 20. Jahrhunderts mit denen der Inquisition in Montaillou; mehr darüber in meinem Buch „C’etait beau. Essais nomades“, Paris 2007.
    Was historisch neu ist in dieser Litanei des Schreckens, in dieser empörenden Geschichte von Gewalt und immer wieder Gewalt, das ist, daß es nicht zu leugnende Fortschritte gibt, darunter den moralischen Horizont der Menschenrechte, darunter die Rechtsstaats-Verheißung. Um diese Fortschritte am Leben zu erhalten, bin ich auf einem Weg genagen, der „Rechtsweg“ heißt und den ich nicht bereue.
    Dieser Weg hat 35 Jahre lang gedauert; das sind einhundert Weltumseglungen; das ist länger als der 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, das „Dritte Reich“ und der 2. Weltkrieg zusammengenommen. – Damit meine Kirche weiß, was sie heute tut oder nicht tut, nachdem sie vielleicht getan hat, was sie nicht sehr gut wußte, halte ich hier für sie zwischen zwei Krebsen (also „Folter“-Folgen nach den Kriterien des Internationalen Strafrechts-Tribunals) fest: zu meinen Erfolgen auf dem Rechtsweg, die vom Bundespräsidenten Rau schriftlich abgesegnet wurden, gehört u.a. die rechtskräftige Verurteilung von Staat u n d Gesellschaft, also auch der Kirche, zu „Wiedergutmachung“; wie Herr Rau den Hessischen Ministerpräsidenten telefonisch wissen ließ, bedeutet Nicht-Achtung des Rechts nach unserer Verfassung Verfassungsbruch. Und dies ist bekanntlich das schwerste Verbrechen, das die politische Demokratie kennt.
    Am Ende sage ich testamentarisch jenen Troubadour-Satz, der mich religiös bindet: „Amarai donc es perdos.“ Was zu deutsch heißt: „Ich werde immer lieben, also immer vergeben.“ – Jesus von Nazareth, „das Licht der Welt“ meiner Kirche, hat irgendwann irgendwo etwas Ähnliches gesagt. Mit einem Hinweis auf Artikel 5 Absatz 3 GG verabschiede ich mich.

    1. Juli 2009

  • 41. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 11.10.09 at 13:34

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    … Und mit dem Hinweis aus Artikel 5, Absatz 3 unseres Grundgesetzes melde ich mich dann jetzt zurück: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“
    Welche Ehre und Freude, aber auch welche Verpflichtung und wie viel Arbeit ist mit der Tatsache verbunden, Bürger unseres Staates zu sein, der solch ein schönes Buch wie das Grundgesetz seine Verfassung nennt!
    „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Artikel 1)
    Immer und immer wieder bindet mich dieser Satz, verpflichtet und ehrt mich, macht mir Freude und verursacht mir eben auch Trauer, wenn ich ihn bedroht sehe!
    Und so ist es mir ein wahrhaftiges Anliegen, Ihnen die neue Erklärung von Hans Roth an Herz, Verstand und Seele zu legen, auf daß in dieser heiligen Dreifaltigkeit einem Menschen endlich Recht zuteil werde.
    Bevor ich dies tue, möchte ich Ihnen jedoch nur einige Vorkommnisse der letzten Monate zur Kenntnis bringen, aus denen Sie ersehen mögen, daß sich im Hintergrund dann doch das Eine oder Andere tut, daß also nichts, was man im Leben tut, umsonst ist!

    Zu meinem größten Bedauern habe ich Anfang Juni einen Brief vom Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages erhalten, den ich allerdings gar nicht richtig verstanden hatte. Darin hieß es:

    DEUTSCHER BUNDESTAG
    Petitionsausschuss
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin
    Fernruf: (030) 227-39185
    Pet 1-16-06-12-051240

    Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
    zu Ihrer Eingabe für Herrn Roth hatte ich sowohl das Bundesministerium des Innern als auch das Bundesministerium der Verteidigung gebeten zu prüfen, ob sein Schicksal dort bekannt ist bzw. das Bundesamt für Verfassungsschutz oder der militärische Abschirmdienst Anlass gesehen hatte, Herrn Roth nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr zu beobachten. Die Nachfrage verlief in beiden Fällen ergebnislos.
    Ich würde auch vermuten, dass der frühere Bundespräsident Johannes Rau, der sich ja sehr für Herrn Roth eingesetzt hat, im Falle einer wie auch immer gearteten Beteiligung der Bundesregierung erfolgreicher gewesen wäre bzw. sich nicht auf einen Appell an die hessische Landesregierung beschränkt hätte. Ich hoffe, dass Ihnen der Petitionsausschuss des Landes Hessens hier weiterhelfen kann. Bitte richten Sie Herrn Roth meine Genesungswünsche aus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag
    (Martina Swanson)

    Wie ich in einem späteren Briefwechsel erfuhr, war das die Information, daß meine Petition beim Deutschen Bundestag abgelehnt worden war. Nach so vielen ermutigenden Hinweisen und Ratschlägen, besonders vom Bündnis 90/ Die Grünen, hatte ich dieses Schreiben nicht als eine solche Absage verstanden, die ich auch schlicht und ergreifend nicht verstehen kann!

    Dann hatte mich Herr Staatsminister a.D. Gerhard Bökel mehrfach kontaktiert. Per Email und per Telefon riet er mir dringend, keine Emails mehr zu schreiben. Vielmehr wolle er selbst Kontakt zu verschiedenen Stellen und Personen aufnehmen. Er fragte, ob es mir denn nicht zu denken gäbe, daß so große Persönlichkeiten wie Gerhart Baum und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sich zwar so solidarisch äußerten, wohl aber persönlich gar nichts täten.

    Dann reagierte die Evangelische Kirche doch noch. Bei meinen ersten Anfragen hatte man mir geantwortet, man kenne den Fall nicht und Hans Roth sei auch niemals ihr Religionslehrer gewesen. Nachdem ich aber immer wieder angefragt hatte, trafen folgende Email bei mir ein:
    1.
    Ursprüngliche Nachricht
    Von: Krebs, Stephan
    Gesendet: Mittwoch, 27. Mai 2009 15:11
    An: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Frau Thelen-Khoder,
    danke für die Informationen über das Schicksal von Hans Roth.

    Ich bin hier “nur” der Pressesprecher. Deshalb habe ich Ihre Mails an unsere Abteilung für den Religionsunterricht weitergeleitet und darum gebeten, die Erinnerung der Altvorderen und die Akten nach Informationen über die damaligen Vorgänge abzusuchen. Sofern wir etwas beisteuern können zur Aufarbeitung, werden wir dies sicher tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan Krebs
    Pressesprecher

    2.
    Ursprüngliche Nachricht
    Von: Krebs, Stephan
    Gesendet: Montag, 13. Juli 2009 00:58
    An: Nadja Thelen-Khoder
    Betreff: Abwesenheitsnotiz: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bis zum 31. Juli 2009 bin ich im Urlaub. Dringende E-Mails werden an meine Urlaubsvertretung Herrn Dr. Joachim Schmidt weitergeleitet.

    Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und danke für Ihr Verständnis.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan Krebs, Pressesprecher der EKHN

    3.
    Ursprüngliche Nachricht
    Von: Krebs, Stephan
    Gesendet: Montag, 10. August 2009 16:51
    An: NadjaThelen-Khoder@web.de
    Betreff: AW: Ihre Anfrage betr. Hans Roth
    Sehr geehrte Frau Thelen-Koder,

    mitttlerweile hat Herr Krützfeld die Akten, die sich auf Herrn Roth beziehen, ausgewertet. Uns scheint es am besten zu sein, dass wir Ihnen das Ergebnis persönlich miteilen. Deshalb laden wir Sie ein zu uns zu kommen. Dafür schlagen wir folgende Termine vor: Montag, den 24. August, ab 16´30 oder Mittwoch, 26. August, zwischen 10´30 und13 Uhr. Eine Stunde für das Gespräch würde wahrscheinlich ausreichen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan Krebs
    Pressesprecher
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    64285 Darmstadt

    Nachdem Herr Roth also zunächst gar nicht bekannt war, gab es jetzt „Akten, die sich auf Herrn Roth beziehen“. Das erinnerte mich sehr an die Briefe des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch! Ich überlegte sehr lange, ob ich dieser Einladung zu einem Gespräch folgen sollte, entschied mich aber dann, es nicht zu tun. Und diese meine Entscheidung begründe ich heute, auch gegenüber der EKD, folgendermaßen:

    Ich bin nur ein kleines „Schüler-Menschlein“ (Hans Roth) und sehe mich außerstande, beurteilen zu können, wer was in dieser Angelegenheit tun kann. Meine Aufgabe kann lediglich darin bestehen, die damals und heute involvierten Institutionen und Personen immer wieder aufzufordern, sich nicht zufriedenzugeben mit einem „Menschen- und Sachverhalt“, der nicht nur für mich, sondern auch für so viele Andere unerträglich, weil für einen demokratischen und liberalen Rechtsstaat wie dem unsrigen sehr beschämend ist.
    Deshalb bitte ich hiermit erneut auch die Evangelische Kirche darum, sich an meiner Petition beim Hessischen Landtag zu beteiligen (wenn es denn die beim Deutschen Bundestag nicht geben kann, was ich allerdings nicht verstehe, weil doch zumindest das Militär in die Zuständigkeit des Bundes fällt).
    Dies will ich als Mensch erbitten, als Bürger fordern, dafür will ich werben und greife an die für mich unerträgliche Antwort bzw. Nicht-Antwort des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in seinem Brief an mich vom 5. Januar 2009 (siehe Anlagen zu meiner Petition). Unerträglich deshalb, weil es nichts Ärgeres gibt in einer demokratischen Republik wie der unsrigen, als wenn Staat und Gesellschaft sich nicht an Recht und Gesetz halten. Und wenn solch wesentliche Grundwerte unserer Verfassung gebrochen werden wie Artikel 1, Artikel 3,3, Artikel 5,3 und Artikel 33, 1-3 unseres Grundgesetzes sowie das Verbot, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, ist dies ein schweres Verbrechen dem Staat und allen seinen Bürgern gegenüber.
    Ausdrücklich hinweisen will ich erneut auf die zahlreichen Veröffentlichungen in Presse und Rundfunk, fast immer zu Herrn Roths Gunsten. In meinem Nachtrag zur Petition, der auch im Netz steht, befindet sich ein Anhang, der viele Links zu Dokumentationen zum „Fall“ Roth enthält, die ihrerseits wiederum von Zeitungsartikeln nur so strotzen.

    Ich kann mich einfach nicht mit dem jetzigen „Menschen- und Sachverhalt“ abfinden und rufe alle Bürger dieses Staates auf, sich an meiner Petition zu beteiligen.

    Petitionstext zum Download: http://aljas.files.wordpress.com/2009/03/petition_fuer_hans_roth.pdf

    Petitionstext zum Ansehen:
    http://aljas.wordpress.com/2009/03/23/petition-fuer-hans-roth/

    Die jeweiligen Adressen:
    http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/#comment-98

    Nachtrag zur Petition:
    http://aljas.files.wordpress.com/2008/12/thelen-khoder-hans-roth-petition-nachtrag.pdf

    alle Dokumente unter:
    http://aljas.wordpress.com/2008/12/02/der-fall-hans-roth/

    Denn wie sagt Jesus Christus, der große jüdische Rabbi, den Christen und Muslimen als Propheten verehren: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder nicht getan habt, das habt Ihr auch mir nicht getan“ (Matth 25, 45).

    Im voraus recht herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis!
    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder
    Nadjathelen-khoder@web.de

    Und nun zur neuen

    Erklärung von Hans Roth vom 23.9.2009:

    >Erklärung für einen Petitionsausschuß:

    Ich war einmal ein staatlich geprüfter „Extremist“. Der nie einer war, wie zuletzt mein Gegner vor dem Bundesverfassungsgericht einräumte: der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (ARD, Report Mainz, 1.12.2008). Dem widerspricht niemand.
    Wie kommt es zu diesem Widerspruch zwischen Erscheinung und Wesen? Wer steckt hinter der „Extremisten-Typisierung“, die mein Leben wendete?

    Es ist gerichtlich geklärt und unwidersprochen, daß eine geheime Organisation der hessischen CDU, die – vermutlich aus schwarzen Kassen finanzierte – „Aktion 76“ ein entsprechendes falsches Dossier konstruierte; deren politischer Führer, der Abgeordnete W. Runtsch, zerrte mich auf dieser falschen Grundlage dann als „Extremist“ an die Öffentlichkeit, mit geheimen Anhörungen und verschiedenen Berufsverboten als Folgte. Gegen jenes Dossier habe ich geklagt – und nach einem „dreißigjährigen Krieg“ auf dem Rechtsweg gewonnen.

    Der Bundespräsident Rau rehabilitierte mich schriftlich und lud mich ins Bundespräsidialamt ein. Dort informierte mich der Verfassungsexperte des Bundespräsidenten über telefonische Verhandlungen mit dem Ministerpräsidenten Koch und den entsprechenden Fach-Ministern: Nachdem Herr Koch anfangs versprochen hatte, das Recht zu achten, legte er dann gegenüber den Fach-Ministern, die sich bereit erklärten, mich umgehend einzustellen, sein Veto ein.

    Der Verfassungsschutz-Präsident Lochte (CDU) bat mich um Verzeihung für das, was mir die „Aktion76“ angetan hatte – und gab mir eine schriftliche Unbedenklichkeits-Erklärung, einen geheimdienstlichen „Persilschein“. Die hessische CDU forderte – durch ihren Fraktionsvorsitzenden Milde – eine sofortige „Wiedereinsetzung in den Status quo ante“ vor der ersten „Extremist“-Typisierung.

    Unter den vielen unwahren Behauptungen von Herrn Koch in seiner Diffamierungs-Kampagne nach der ARD-Fernsehsendung könnte sich eine wahre befinden: daß das mich betreffende Gerichts-Dossier aus den Archiven der Staatskanzlei verschwunden ist.

    Hans Roth<

    Bitte verbreiten Sie diese neue Erklärung von Herrn Roth möglichst weit, damit David und Goliath miteinander sprechen können.
    Vielen herzlichen Dank!
    Voller Hoffnung
    Ihre
    Nadja Thelen-Khoder
    nadjathelen-khoder@web.de

  • 42. Nadja Thelen-Khoder  |  So, 11.10.09 at 17:33

    Befragt, warum jetzt diese Erklärung von Herrn Roth veröffentlicht werden soll, möchte ich den Wortlaut von Herrn Roths Anschreiben zu dieser Erklärung nachsetzen:

    Liebe Frau Thelen-Khoder,
    haben Sie herzlichen Dank für Ihr Informieren, für Ihr Nachfragen, wie es mir geht. – Ich habe einen Sommer voller Privatleben hinter mir, also geht es mir besser: Das Bruttojovialprodukt meiner Freunde, die ich nicht „meine Alliierten“ nenne (Schmunzeln…), ist stattlicher, als ich dachte; die Ferien mit meiner Teilzeit-Tochter, die wunderschön waren und mit ausdrücklichem Dank für wilde Tulpen und warme Suppen endeten, haben mir erlaubt, Bonhoeffers Frage „Wozu sind wir nutze?“ zu beantworten. – Apropos „Gott“: Gibt es Neues in Sachen Kirche?
    Was den Petitions-Vorgang angeht, erfahre ich durch das Bökel-Schreiben, daß „die Landesregierung … zum Bericht aufgefordert“ wird, aber offenbar nicht ich. – Sokrates würde dazu auf seine hinterlistige Art fragen, ob Täter und Opfer dasselbe sind – und ob eine Wahrheitsfindung möglich ist, wenn nicht beide Seiten berichten. – Damit beide Seiten zu Wort kommen, habe ich beiliegende Erklärung für den Petitionsausschuß geschrieben.
    Da dieser mich nicht aufgefordert hat zu einem Bericht, bitte ich Sie, die Erklärung einer öffentlichen Aussprache zuzuführen, am besten mit einem Hinweis auf den Mann, der ein Schuhmacher war und ein Philosoph dazu. – …
    Ihr
    Hans Roth

  • 43. Weihnachtsmann bestellen  |  Sa, 7.11.09 at 22:13

    Tja, das Leben kann so einfach sein, mann muss nur glück haben.
    Nikolaus Köln

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