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»Der kleine Mann« macht großen Spaß

Als ich vor wenigen Tagen zum ersten Mal davon erfuhr, dass auf Pro7 eine Serie mit Bjarne Mädel in der Hauptrolle anläuft, habe ich mich riesig gefreut. Der Trailer überzeugte mich sofort, dass hier etwas zu erwarten ist, das sich nicht an den üblichen Comedy-Formaten orientiert, sondern mit entspannterem Ansatz und trockenem Humor zu punkten versucht.
Dass Autor Ralf Husmann (»Stromberg«, »Dr. Psycho«) und Regisseur Arne Feldhusen (»Stromberg«, »Mord mit Aussicht«) in der Verantwortung standen, ließ meine Erwartungen in die Höhe schnellen und der Cast, besonders Bjarne Mädel als Rüdiger Bunz und Florian Lukas als dessen Arbeitskollege Jürgen, natürlich auch. Und was soll ich sagen, ich wurde wahrlich nicht enttäuscht.
Schon die ersten Bilder ähneln in ihrer entsättigten Farbgebung und der Tiefenunschärfe eher »Stromberg« als dem üblichen Comedy-Bunti-Platti. Jedes Bild wirkt sorgsam gewählt und erzählt auch ohne Text bereits eine Geschichte. In Kombination mit der grandiosen, weil sehr zurückhaltenden Leistung der Schauspieler und Texten voller lakonischen Humors ergibt sich eine wunderbare Mischung, die mich mehrmals dazu gebracht hat, allein vorm Fernseher laut zu lachen. Wenn Florian Lukas als Jürgen einem verdatterten Kunden den neuesten Flachbildfernseher mit den Sätzen »Sehen Sie das, da kommen schonmal die Farben ganz anders raus. Das Schwarz, oooh, das Gelb! Ist das ein Bild, oder was?« anpreist und darauf gerade die schrecklichen Folgen einer Ölkatastrophe zu sehen sind, ist das doppelbödiger schwarzer Humor vom Feinsten. Florian Lukas überzeugt hier einmal mehr in der Rolle des hibbeligen Möchtegern-Machers (wie z.B. in dem famosen »Absolute Giganten« oder dem eher schwachen »Der Eisbär«), die ihm auf den Leib geschrieben zu sein scheint.
Natürlich ist die Serie sehr gewollt skurril – aber glücklicherweise auch sehr gekonnt. Und das gelingt wahrlich selten. Es kommt nunmal auf die Nuancen an und hier stimmt jede scheinbar zufällige Geste und so manch dahingenuschelter Nebensatz hat mehr hintergründigen Witz als ein ganzer sogenannter »Fun-Freitag«.
Einige kleinere Ausrutscher, wie z.B. das sehr klischeehafte erste Aufeinandertreffen von Durchschnittsmann und Werbetussi, die ziemlich aufgesetzten Foto-Strecken und etwas arg dick aufgetragene politische Unkorrektheit (»Unsere Beziehung hält somit schon länger als das Dritte Reich … und ist meistens auch lustiger« … durch Mädels lakonischen Ton ist aber auch das ein Lacher) verzeiht man sofort, denn sie werden vom tollen Gesamten aufgefangen. Ist ja auch nichts Schlechtes, wenn es noch Raum für eine Steigerung gibt.
Um es also mit Jürgens Worten zu sagen: »Bam, Alter!«
Ärgerlich ist hingegen, dass Pro7 sich nicht traut, einem solchen Format einen besseren Sendeplatz zuzuweisen. Möglicherweise versucht man, erst einmal eine gewisse kleine Fanbase zu generieren, die dann als Multiplikator per Mundpropaganda weitere Zuschauer anlockt. Das hat ja bei »Stromberg« auch gut geklappt, der zunächst auch eher ein Geheimtipp war (aber trotz eines gewissen Hypes nie echte Überflieger-Quoten erreichte).
Hoffentlich beweist Pro7 hier auch einen ähnlich langen Atem, denn die erste Quote von »Der kleine Mann« war leider nicht sonderlich berauschend. Wenig begeistert auch einige schlechtgelaunte Kritiken, die ich heute gelesen habe, aber in keinster Weise nachvollziehen konnte (z.B. SZ, SpOn). Die Kritiker der Welt und der FAZ konnten der Serie hingegen zum Glück mehr abgewinnen.
Ich freue mich jedenfalls sehr auf die kommenden Folgen. Die erste kann man sich übrigens komplett online bei Pro7 ansehen.
Add comment Mi, 25.03.09
FRST 16943: Ein TV für zwei Bildformate
Bei den mittlerweile zum Standard gewordenen 16:9-Fernsehern besteht das Problem, dass bei Ausstrahlungen in 4:3 korrekterweise links und rechts dicke schwarze Seitenstreifen zu sehen sein müssten. Da die meisten Menschen es nicht ertragen können, dass ihr schicker neuer Flachbildfernseher derart unausgefüllt sein Dasein fristet, nutzen sie entweder eine der zahlreichen Zoom-Funktionen, die das Bild oben und unten beschneiden oder stören sich im schlimmsten Fall nicht einmal an Quetschköpfen, wenn der Fernseher das Bild stumpf auf die gesamte Breite stretcht. Übrigens ein Alptraum für Filmemacher und Kameramänner, die sich ja viele Gedanken über die Bildgestaltung innerhalb des gewählten Bildformates machen.
Offensichtlich ist dieser Missstand auch dem Designstudio FRST ein Dorn im Auge. So hat es ein Konzept für ein TV entwickelt, dass beide Formate darstellt und den Reststreifen dabei zum Teil des Designs werden lässt. Sehr stylish, wie ich finde:
Natürlich könnte man einen solchen Fernseher auch ohne die weggelassene Ecke rechts unten produzieren. Das wäre in der Produktion sicherlich günstiger, aber ich bin überzeugt, dass es dann wieder so wäre, dass sich die Benutzer an den Schwarzstreifen stören würden.
Vielleicht wäre es trotzdem durchaus überlegenswert, Fernseher für den Massenmarkt zu bauen, die beim Bildformat bei 14:9 lägen (also genau zwischen 4:3 und 16:9). So wäre das Bild in beiden Formaten ohne Skalierung groß genug. Und unverbesserliche Schwarzbildhasser könnten sogar zoomen, ohne dass dann annähernd das halbe (Film-)Bild im Nirwana verschwände.
(via unplggd)
Add comment So, 1.03.09
Coraline – Der neue Film vom Regisseur von »Nightmare Before Christmas«
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich gestern bezüglich »Nightmare Before Christmas« von Wikipedia belehren lassen musste:
»Obwohl Burton als Autor und Produzent maßgeblich Einfluss auf die kreative Entwicklung des Films nahm, führte er – entgegen einem weit verbreiteten Irrtum – nicht Regie, sondern überließ diese Aufgabe Henry Selick.«
Vielleicht sollte man Filmklassiker, die man auf DVD erwirbt, nicht über Monate ungeöffnet im Regal verstauben lassen … aber das ist gar nicht das Thema.
Eben dieser Henry Selick hat nämlich ein offenbar sehr feines neues Projekt umgesetzt, dass hoffentlich bald auch den Weg in unsere Kinos finden wird: »Coraline«. Bei der kleinen Tür zur Parallelwelt im zugehörigen Trailer musste ich sofort an »Alice im Wunderland« und »Pans Labyrinth« denken, doch die Story scheint ihren ganz eigenen Kniff zu haben. Auf jeden Fall sind die tollen Stop Motion-Sequenzen und düster-verschnörkelten Bilder eine Augenweide:
Coraline – HD-Trailer bei YouTube (unbedingt auf »in HD ansehen« klicken!)
Außerdem gibt es auf YouTube einen eigenen Kanal, der einen Einblick hinter die Kulissen des Films gewährt:
Coraline – Hinter den Kulissen bei YouTube
Der Illustrations-Blog Drawn! hat einige Seiten zusammengesucht, in denen die Macher Artworks aus dem Film präsentieren:
Und zuguterletzt gibt es natürlich noch eine eigene, sehr hübsche Website zum Film:
1 comment Mi, 25.02.09



